Berlin - Ein Heimspiel der Eisbären gegen die Augsburger Panther gilt in einer gewöhnlichen Saison als Begegnung der Kategorie: mittelmäßig reizvoll. Normalerweise gibt es während der Hauptrunde ja auch vier Spiele zwischen diesen Mannschaften. Doch bekanntlich ist diese Pandemie-Spielzeit keineswegs mit denen zuvor vergleichbar. Und so war die Vorfreude der EHC-Profis auf dieses Duell ausgesprochen groß, denn es stand für den Aufbruch in die zweite Saisonphase. Zum ersten Mal bekamen es die Berliner mit einem Team aus dem Süden des Landes zu tun.

Giovanni Fiore feiert gelungenes Comeback

Und auch in diesem Spiel offenbarte sich der Trend, dass der Norden so seine liebe Mühe hat mit den Gegnern aus Bayern und Baden-Württemberg. Nachdem zuvor Nürnberg und Straubing die Iserlohn Roosters und Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ziemlich schlecht aussehen ließen, setzten sich die Eisbären zwar erwartungsgemäß 5:3 (2:1, 2:2, 1:0) gegen die Panther durch. Angesichts der Dominanz der Hauptstädter in den Spielen zuvor und den sehr mäßigen Auftritten der Augsburger im Süden musste man sich aber doch wundern, wie eng es in der leeren Arena am Ostbahnhof zuging.

Alleine in den ersten zehn Minuten wirkte alles so, wie es aus EHC-Sicht geplant war. Giovanne Fiore, der zuvor dreieinhalb Wochen verletzt fehlte, traf bei seinem Comeback zum 1:0 in Überzahl (5.), nur 38 Sekunden später verwandelte Parker Tuomie einen Konter und setzte damit im familiären Vergleich mit seinem Vater Tray, der das Sagen hinter der Augsburger Bande hat, eine Duftmarke. Doch nicht nur Thomas Trevelyan offenbarte mit seinem Ausgleichstreffer, dass die Abwehr an diesem Abend nicht ganz so abschreckend wirkte wie so oft in dieser Saison.

Ryan McKiernan trifft zweimal in Überzahl

Auch das 3:1 durch den späteren Doppel-Powerplaytorschützen Ryan McKiernan, der in diesem Spiel auch Sinnbild für zahlreiche unnötige Strafzeiten war, sorgte nicht dafür, dass diese Partie eine eindeutige Wendung nahm. Im Gegenteil. Thomas Clarke in Überzahl und Scott Valentine brauchten gerade mal 71 Sekunden für den Ausgleich (32./33.). Es war ein klares Signal, dass Fehler in den kommenden Tagen wohl konsequenter bestraft werden, als das in den vergangenen Wochen der Fall war.

Simon Després ebnete mit der erneuten Führung für die Eisbären (34.) dann aber doch den Weg für den nächsten Heimsieg, McKiernan sorgte für den Schlusspunkt (45.). Bei allen zwischenzeitlichen Mühen hatten die Eisbären in diesem nicht ganz so gewöhnlichen Duell mit Augsburg den Eindruck bestätigt, dass sie in dieser Saison oft eine Lösung finden, um am Ende erfolgreich zu sein. Auch wenn der kommende Doppelspieltag gegen Ingolstadt die wohl schwerste Prüfung in dieser Saison wird.