Der Countdown läuft – sportlich wie beim Kampf um die Lizenz. Die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost hat der BFC Dynamo bereits in der Tasche. Aber sich damit mitnichten den Aufstieg in die Dritte Liga, sondern die Teilnahme an der Relegation auf den Weg in den Profifußball erspielt. Am Sonnabend steigt für den BFC das Hinspiel im Sportforum gegen Nordmeister VfB Oldenburg (Anstoßzeit: 14 Uhr). Da will der BFC Dynamo mit einem guten Ergebnis den sportlichen Grundstein für den Aufstieg in die Dritte Liga legen.

Christian Benbennek hinterfragt das Aufstiegssystem

Dass sich der BFC auf dem Weg der Relegation seinen Weg in die 3. Liga bahnen muss, schmeckt Christian Benbennek überhaupt nicht. „Solange es einen Meister gibt, der nicht direkt aufsteigen kann, stimmt etwas am System nicht“, sagte der Trainer des BFC. Noch immer stellen die drei Verbände Nordost, Nord und Bayern (in diesem Jahr Bayreuth) in einer jährlichen Rotation nur einen Direktaufsteiger neben dem Westen und Südwesten. Der vierte Aufsteiger wird in Hin- und Rückspiel ermittelt.

Zudem legte der DFB den Ost-Berlinern mit einer Lizenzauflage in Höhe einer Bürgschaft von 900.000 Euro eine zusätzliche Hürde in den Weg. Aber: In Sachen dieser benötigten Bürgschaft wurde in Hohenschönhausen schon ein Meilenstein erreicht. Nach Bekanntwerden der Summe, die Dynamo zusammenkratzen muss, gab es von allen Seiten Hilfe. Bis zum vergangenen Wochenende war bereits etwas mehr als ein Drittel der benötigten Summe zusammengekommen. Doch in den vergangenen Tagen gelang so etwas wie der Durchbruch: 718.000 Euro hat der BFC auf seinem Konto für die Bürgschaft gesammelt.

Es müsste ja fast mit dem Teufel zugehen, wenn die weinrot-weiße Familie die fehlenden 182.000 Euro bis zum 1. Juni (17 Uhr) nicht auch noch auftreibt. Bis dahin muss die Summe beim DFB hinterlegt werden. Möglich wurde dieser Quantensprung, weil die drei Hauptsponsoren der Hohenschönhauser ihre Schatullen aufmachten und den Klub in dieser wichtigen Situation nicht hängen lassen. Und dennoch müssen weiter alle Kräfte gebündelt werden, um nicht noch auf der Zielgeraden abgefangen zu werden.

Der BFC Dynamo wird vor einer Rekord-Kulisse spielen

Christian Benbennek also kann sich voll und ganz auf die sportliche Aufgabe konzentrieren. Vergangene Woche nahm er noch einmal den Gegner unter die Lupe, wenngleich er sich die Reise hätte sparen können: „So wie die gespielt haben, werden wir sie nicht gegen uns sehen. Da wurden mehrere Stammspieler geschont, die Flügel waren seitenverkehrt besetzt. Das war nicht der VfB Oldenburg, wie ich ihn kenne“, so der BFC-Trainer.

Durch vorherige Beobachtungen des Gegners ist er aber vorbereitet und kann sich auf Saison-Rekord-Kulisse freuen. Bislang war das die Partie gegen CZ Jena mit 3291 Besuchern. Offiziell 5000 Besucher dürfen rein am Sonnabend. 570 Karten – wegen der Größe des Blocks – gehen an die Gäste aus Niedersachsen. Ein Restkartenkontingent von 200 Tickets ist noch da und am Freitag in der Geschäftsstelle sowie im Vereinsheim erhältlich. Es ist angerichtet für das wohl größte Ereignis in der jüngeren Vereinsgeschichte des BFC Dynamo.