Berlin - Schalke 04 verzweifelt im „Schwergewichts-Fight“ am Hamburger SV, Werder Bremen sucht noch die Form, und Aufsteiger Dynamo Dresden meldet sich eindrucksvoll zurück: Dank der Strahlkraft der Traditionsklubs begeisterte der Zweitliga-Auftakt Tausende Fußball-Fans, die nach Monaten der Entbehrung in die Stadien strömten. Schon die ersten Partien gaben einen Vorgeschmack darauf, wie umkämpft die neue Saison werden dürfte.

Werder Bremen erlebte es nicht ganz so schlimm

Zuerst erlebte dies der Aufstiegsfavorit aus Gelsenkirchen, der schon am Freitag mit dem 1:3 (1:0) zur Eröffnung gegen den HSV einen Fehlstart hingelegt hatte. Man müsse verstehen, „dass die 2. Liga hart wird“, sagte Schalke-Urgestein Gerald Asamoah, Koordinator der Lizenzspielerabteilung bei S04, bei Sat.1. Die 19.770 Fans in der Veltins-Arena waren bedient, ihre Mannschaft steht sofort unter Druck.

Nicht ganz so schlimm erwischte es am Sonnabend den zweiten Aufstiegsanwärter Werder Bremen, doch das mühsame 1:1 (0:0) gegen Hannover riss die 14.000 Zuschauer im Weserstadion gewiss nicht aus den Sitzen. Mehr als ein Remis hatten die Gastgeber nicht verdient, nach dem 1:1-Ausgleich durch Marvin Ducksch (55.) waren die Niedersachsen dem Sieg durchaus näher. Bremens Trainer Markus Anfang warb daher im Anschluss an die Partie um Realismus. „Es ist halt die 2. Liga. Da kann jeder jeden schlagen.“

Unterschiedliche Gesichter der Ostteams

Im Osten kehrten Dynamo Dresden und Hansa Rostock mit unterschiedlichem Erfolg ins Unterhaus zurück. Dresden besiegte im Aufsteigerduell den FC Ingolstadt mit 3:0 (1:0), Rostock unterlag im ersten Zweitligaspiel seit 3366 Tagen dem Karlsruher SC vor 14.500 Fans im Ostseestadion mit 1:3 (0:2).

Dresden-Trainer Alexander Schmidt zeigte sich danach hochzufrieden. „Mit den Zuschauern im Rücken war das heute für uns einfach ein super Tag“, so Schmidt nach dem Erfolg vor 7102 Besuchern: „Nichtsdestotrotz wissen wir das Ganze natürlich einzuordnen.“

Rostock hatte gegen den KSC derweil offensiv begonnen, doch geriet nach Rückschlägen aus dem Tritt. Erst wurde der Treffer von John Verhoek (16.) nach Studium der Videobilder aberkannt, dann sorgten Christoph Kobald (42.) und Philipp Hofmann (44.) für die Karlsruher Entscheidung.