Johannes Thiemann und Alba Berlin spielen jetzt nur noch um die deutsche Basketball-Meisterschaft
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BerlinSie hatten sich lange Zeit gelassen, die international unterschiedlichen Situationen genau beobachtet und zuletzt sogar den Austausch mit der Basketball-Bundesliga (BBL) gesucht. Dort, in der BBL, war es gelungen, ein solches Konzept auf die Beine zu stellen, welches eine Saisonfortsetzung ab dem 6. Juni möglich macht. Das grüne Licht von der Regierung hatte es in vergangenen Woche und damit die Bestätigung für Johannes Thiemann gegeben. Vor knapp zwei Wochen sprach Alba Berlins Center in einem Telefonat von einer hohen Wahrscheinlichkeit über die Fortsetzung der BBL- oder Euroleague-Saison. 

Nicht aber ohne Einschränkung: „Ich freue mich, wenn man wieder Basketball spielen kann, aber das Setup muss stimmen.“ Genau dieses Setup hat die Euroleague nicht auf die Beine stellen können und musste am Montag, trotz aller Bemühungen, den unterbrochenen Spielbetrieb fortzusetzen, vor der Corona-Pandemie kapitulieren: die Saison 2019/20 ist beendet. „Ohne Zweifel ist das die schwerste Entscheidung, die wir in 20 Jahren Euroleague treffen mussten“, wurde Jordi Bertomeu in einer ersten Pressemitteilung zitiert.

Bis zuletzt hatten der Präsident der Euroleague und seine Mitstreiter um eine Fortsetzung der Saison gekämpft, konnten aber bei 18 Mannschaften aus ganz Europa kein Konzept auf die Beine stellen, welches die Sicherheit und Gesundheit aller Spieler ausreichend geschützt hätte. Anders als in der BBL, wo lediglich zehn Teams in einem veränderten Modus an einem Standort ihre Saison beenden wollen, wäre die Herausforderung in einer länderübergreifenden Liga ungleich größer gewesen. An welchem Standort, in welchem Modus und mit welchen Teams hätte gespielt werden sollen? Hätten alle Vereine ihre Mannschaften überhaupt voll bekommen.

Und wäre es nicht Wettbewerbsverzerrung gewesen, wenn deutsche, vielleicht auch Mannschaften aus Spanien und Israel hätten im eigenen Land vorher Spielpraxis sammeln können, während in Griechenland, Russland und Frankreich die nationalen Ligen bereits beendet sind, man zudem davon ausgehen kann, dass auch Italien die Saison abbrechen wird? Man habe wirklich alles versucht, um die seit Mitte März unterbrochene und bislang erfolgreichste Saison in der Geschichte der Euroleague sportlich beenden zu können, sagte Jordi Bertomeu. Allein die Hürden waren einfach zu hoch.

Und so gab der Euroleague-Präsident, nach ein paar Zahlen zur abgebrochenen Spielzeit, auch gleichzeitig einen Ausblick auf die kommende Saison: die soll mit den gleichen 18 Teams gespielt werden, denen er am Montag mitteilen musste, dass es vor dem Sommer keine Spiele mehr geben wird. Für Alba Berlin und Johannes Thiemann bedeutet das also auch für die Saison 2020/21 packende Duelle in der höchsten, europäischen Liga. Am 30. September soll es wieder losgehen. Viel Zeit, um am passenden Setup zu arbeiten und zu schauen, wie das BBL-Turnier unter „Corona-Bedingungen“ läuft.