Für den TV-Experten Steffen Freund war es die Szene des Abends und gleichzeitig das WM-Ticket für Kevin Trapp: Der Torwart von Eintracht Frankfurt hatte soeben mit einer tollen Parade kurz vor Ende der Verlängerung seiner Mannschaft das Elfmeterschießen gesichert und Freund damit zu einer Aussage hinreißen lassen, die in jedem Fall jeder Frankfurt-Fan sofort unterschrieben hätte.

Erst recht, nachdem der 31-jährige Trapp auch noch im Elfmeterschießen einen Strafstoß am mittlerweile späten Abend gegen die Glasgow Rangers hielt und mit diesen beiden Paraden entscheidenden Anteil am Gewinn der Europa League hatte.

Aber Held des Spiels? Nein, diesen Titel wollte Kevin Trapp nicht für sich in Anspruch nehmen. Helden seien die ganze Mannschaft, der ganze Verein, die ganzen Fans im Stadion und in Frankfurt. „Die Jungs kamen zu mir und haben gesagt: ‚Du holst uns das Ding!‘ Die Anspannung, die es in diesem Moment gibt, kannst du nicht trainieren. Ich bin stolz, dass ich einen Teil dazu beitragen konnte“, beschrieb Trapp das Nervenduell vom Elfmeterpunkt, in dem er am Ende als Sieger hervorging. Auch wenn es der gebürtige Saarländer nicht wollte, so wird der Gewinn der Europa League, der erste internationale Titel für Eintracht Frankfurt seit 42 Jahren und die damit verbundene erste Qualifikation für die Champions League, auf immer mit seinem Namen verbunden sein.

Trapp und Eintracht Frankfurt, das scheint im zweiten Anlauf perfekt zu passen. Nach zwischenzeitlich drei Jahren bei Paris St. Germain kehrte der Torwart 2018 an den Main zurück und erlebte dort vor allem auf europäischer Ebene schon viele magische Nächte, wie vor wenigen Wochen beim FC Barcelona und eben am Mittwochabend in Sevilla. Das ist natürlich auch dem Bundestrainer nicht entgangen. „Kevin hat eine herausragende Form“, urteilte Hansi Flick am Donnerstag. Trapp habe „eine tolle, herausragende Leistung gezeigt, wie die gesamte Mannschaft. Er hat sich belohnt, die Fans“. Jetzt hofft Kevin Trapp natürlich, dass er, wie von Steffen Freund vorhergesagt, vom Bundestrainer auch ein Ticket für die Weltmeisterschaft in Katar bekommt.