Aito Garcia Reneses ließ sich Zeit. Vermutlich gab es einiges zu besprechen für Alba Berlins Trainer mit seinen Basketballern in der Kabine nach dem 86:68 (51:31) gegen Bilbao zum Abschluss der ersten Runde im Eurocup. Als er dann zur Pressekonferenz erschien, sagte Reneses: „Sie wissen wahrscheinlich, dass Spiele, in denen für beide Mannschaften die Ausgangslage klar ist, schwierig zu spielen sind. Deshalb bin ich froh über den Sieg.“

Alba stand bereits als Tabellendritter und Teilnehmer an der zweiten Runde des Wettbewerbs fest. Nach der Partie waren auch zwei der Gegner bekannt. Die Berliner treffen nun in der Gruppe E auf Darüssafaka Istanbul, jene Mannschaft, der Albas ehemaliger Sportdirektor Mithat Demirel seit 2015 als General Manager vorsteht. Als zweiter Istanbuler Klub tritt Galatasaray gegen Alba an. Die Türken haben den ehemaligen Berliner Guard Jordan Taylor in ihrem Kader. Der dritte Gegner stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.

Wieder zwei Ausfälle

Bereits in der kommenden Woche setzt Alba den Weg durch Europa fort. Dass die Mannschaft dies ohne zwei Spieler tut, stand vor Beginn der Partie geben Bilbao fest. Shooting Guard Spencer Butterfield fällt einige Wochen wegen einer Reizung im Fuß aus. Center Bogdan Radosavljevic pausiert aufgrund einer Bänderverletzung im linken Fuß.

Die beiden nahmen gestern unter den 8 878 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof Platz und sahen einen engagierten Start beider Mannschaften, eine intensive Berliner Verteidigung und gleich zur Hälfte des ersten Viertels eine äußerst sehenswerte Aktion im Angriff: ein Pass von Stefan Peno, den Luke Sikma per einarmigem Alley oop zum 9:2 in den Korb stopfte.

Offensivspektakel

Dabei ging es Trainer Aito Garcia Reneses im Duell mit den bereits ausgeschiedenen Spaniern nicht in erster Linie um ein Offensivspektakel. Die zwischenzeitlich verloren gegangene Intensität sollte seine Mannschaft wieder zeigen, an die zweite Hälfte im Bundesligaduell gegen Jena vor Weihnachten anknüpfen (100:67), was sich schließlich auch in Zahlen niederschlug: 23:16 stand es nach dem ersten Viertel und nach einem 11:0-Lauf 34:16 (14. Minute). Das Selbstbewusstsein wuchs, Akeem Vargas fiel dabei besonders auf. Der defensivstarke Guard zauberte nun im Angriff, kam als bester Berliner auf 18 Punkte.

Nach dem Seitenwechsel kam in Bennet Hundt dann auch der letzte auf der Bank verbliebenen Akteur ins Spiel. Der Rhythmus ging verloren, Alba ließ Bilbao aufkommen, führte nur noch 53:43 Mitte des dritten Viertels, an dessen Ende allerdings wieder 70:56. Taktgeber Peyton Siva führte für einige seiner insgesamt 17 Minuten Regie. „Er ist noch nicht hunderprozentig fit“, sagte Coach Reneses über den Rückkehrer.

Das vierte Viertel: Immer noch spielten beide Mannschaften so engagiert, als könnten sie an ihrer Vorrundenplatzierung etwas ändern. Alba hatte zum Spielfluss zurückgefunden. Zwei Minuten vor Ultimo beim Stand von 86:66 begannen Fans mit der Siegesfeier, auch sie bereit zum Start in Runde zwei.