Spencer Butterfield fluchte auf englisch, international, ein Wort mit F am Anfang hallte laut vernehmlich durch den Kabinengang. Er mochte damit seinen persönlichen Auftritt kommentiert haben an diesem Dienstagabend, der so dürftig war wie die Leistung seines gesamten Alba-Teams im Eurocup-Duell mit Limoges, das 78:84 (47:42) veloren ging. Der ebenfalls unpässliche Marius Grigonis fasste die Niederalge nüchtern zusammen. „Wir haben im dritten Viertel zu viele Ballverluste gehabt, schlecht verteidigt, Limoges zu viele offene Würfe gegeben.“ Von jenen knapp drei zerfahrenen Minuten erholten sie sich nicht.

Albas Trainer Aito Garcia Reneses bemängelte: „Wir waren zu ungeduldig.“ Überhastete Aktionen, statt den Ball laufen zu lassen und auf die beste Gegenheit zu warten. Warum diese drei Minuten Alba aus dem Tritt brachten, erklärte er mit einem Mangel an Erfahrung. Und tatsächlich hatte das Motto des Abends gelautet: Jugend forscht.

Mit einem Altersdurchschnitt von 22,75 Jahren hatte Reneses das bisher jüngste Team aufgeboten. Die angeschlagenen Peyton Siva und Niels Giffey waren erneut zum Zuschauen verdammt. An ihrer Stelle standen Bennet Hundt, 19, Kresimir Nikic, 18, sowie Jonas Mattisseck, 17, im Kader. Hundt trug erneut als Spielgestalter zeitweise Verantwortung, teilte sich die Regie mit Stefan Peno, 20. Und das in einer umkämpften Partie.

17 Ballverluste

Für die Gäste aus Limoges ging es um den Einzug in die zweite Runde, für die bereits qualifizierten Gastgeber um eine möglichst günstige Ausgangsposition. Alba agierte im ersten Viertel offensiv zunächst sicher, führte 26:18 und blieb im zweiten Viertel in Führung. Es folgte jene Schwächephase nach dem Seitenwechsel, die den Sieg kostete, mit Ballverlusten, am Ende waren es 17, mit Fehlversuchen auf Albas Seite und guten Wurfentscheidungen auf Seiten der Franzosen.

Das 52:52 in der 23. Minute veranlasste Reneses zu einer Auszeit. Doch es änderte sich nichts am mäßigen Berliner Spiel. Typisch eine Szene, in der der mit seinen 28 Jahren routinierteste Alba-Profi Luke Sikma in der 27. Minute unbedrängt einen Pass an den Fuß des Gegenspielers lenkte. Kurz darauf lag Alba 54:55 zurück.

Hundt als Lenker

Ins letzte Viertel startete Alba mit acht Punkten Rückstand (57:65), kämpfte, wobei Coach Reneses gerade in dieser Phase wieder einmal auf Hundt als Lenker setzte, der dann prompt in der 33. Minute einen schönen Pass auf Radosavljevic spielte, der den Ball zum 62:68 durch den Ring drückte. Hundt kassierte allerdings umgehend ein Foul, wurde vom Feld geholt, Peno übernahm. Der rückte gleich in den Fokus, als er zum 65:71 traf, dabei ein Foul zog und den fälligen Freiwurf verwandelte.

Doch erneut rissen die Berliner auf der einen Seite ein, was sie auf der anderen gerade mühsam aufgebaut hatten. Knapp vier Minuten vor Schluss gerieten sie mit zehn Punkten in Rückstand (70:80). Die kleine Gruppe französischer Fans unter den 7878 Zuschauern in der Arena feierten bereits, riefen: „Au revoir“. Marius Grigonis versenkte 36 Sekunden vor Schluss einen Dreier zum 78:84. Der direkte Vergleich war damit gewonnen, immerhin.