European Trophy Eishockey: Schwache Eisbären im Finale dabei

Berlin - Die Eisbären Berlin haben sich als einziges deutsches Team für die Endrunde der European Trophy qualifiziert. Dabei profitierte der Deutsche Meister von seiner Rolle als Gastgeber des Finalturniers vom 19. bis 22. Dezember in Berlin. Denn sportlich waren die Eisbären, die 2010 den internationalen Clubwettbewerb gewannen, von einer Teilnahme am „Red Bull Salute“ soweit entfernt, wie das deutsche Eishockey von der Olympiateilnahme in Sotschi.

Am Montag loste Ex-NHL-Coach Ralph Krueger in Berlin dem Gastgeber die schwedischen Klubs Färjestads BK und Frölunda Göteborg zu - schwere Gegner. In der anderen Gruppe ermitteln Titelverteidiger Lulea HF, Djurgarden Stockholm (beide Schweden) und JYP Jyväskylä aus Finnland den Endspielteilnehmer.

Herbe Niederlagen

Nur drei Siege glückten den Berlinern in den acht Trophy-Gruppenspielen. Die beiden herben Niederlagen am letzten Wochenende gegen den Ligarivalen Hamburg Freezers (4:6 und 2:6) sorgten dafür, dass die Eisbären die Vorrunde nur auf den vorletzten Platz der North Division beendeten. Es ist das schlechteste Abschneiden bei vier Teilnahmen überhaupt. Viel schlimmer noch: die übrigen drei deutschen Teilnehmer Adler Mannheim, ERC Ingolstadt und Hamburg weisen bessere Bilanzen auf.

Bei den Eisbären trat während der European Trophy, die als direkte Vorbereitung auf die am Freitag in Ingolstadt beginnende DEL-Saison gilt, deutlich zutage, dass der Rekordmeister Form-Rückstände aufweist. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Zum einen ist die Handschrift des neuen Trainers Jeff Tomlinson noch nicht zu erkennen. „Wir haben in den vergangenen acht Spielen viel über unsere Mannschaft herausgefunden“, meinte Tomlinson, „es gab einige gute Spiele, aber auch Partien, die unsere Schwachstellen deutlich aufgedeckt haben.“

Leistungsabfall unvermeidlich

Auch der Kader scheint mit nur 21 Profispielern nicht tief genug besetzt zu sein. Die beiden Neuzugänge Casey Borer und Shawn Lalonde konnten der Abwehr der Eisbären bisher nicht die nötige Stabilität verleihen. Fallen dazu wie zuletzt mehrere Stammspieler aus, sind die Nachwuchsspieler noch nicht in der Lage, in die Bresche zu springen und ein Leistungsabfall unvermeidlich. „Die jungen Spieler hatten eine Chance zu zeigen, was sie können“, so Tomlinson weiter, „manche sind weiter als andere“.

„Wir freuen uns auf ein sensationelles Turnier. Alle sechs Mannschaften verkörpern große internationale Klasse“, kommentierte Berlins Manager Peter John Lee am Montag die Auslosung. In der Finalrunde kommt es zu einem Wiedersehen mit dem langjährigen Eisbären-Verteidiger Leif Carlsson, der als Trainer Färjestads BK zum souveränen Gruppensieg führte.