Ex-NHL-Profi Sim: Der Lückenfüller

Berlin - Der schnelle Vereinswechsel hat seine Spuren hinterlassen: Neu-Eisbär Jonathan Sim wirkte doch leicht übermüdet, als er am Donnerstagmorgen in Berlin-Tegel gelandet war. Auch sein Reisegepäck schien eilig zusammengestellt: Zwei Sporttaschen und ein halbes Dutzend Eishockey-Schläger hatte der 34-Jährige dabei, mehr nicht. Zeit zum Ausruhen gab es danach auch keine: Knapp zwei Stunden nach der Landung bat Don Jackson zum Training in die Arena am Ostbahnhof. „Ich konnte gleich anfangen Namen, Nummern und die Taktik zu lernen“, sagte Sim nach dem ersten Zusammentreffen mit seinen neuen Kollegen. „Ich wurde hier gut aufgenommen.“

Viele Kopfverletzungen

Zwar hat der 6:5-Heimsieg der Eisbären Berlin gegen Wolfsburg die aufkommende Krise beendet, dennoch sah sich die Geschäftsführung angesichts der nach wie vor langen Verletztenliste gezwungen zu handeln. „Schon alleine durch unsere vier Verletzten mit Gehirnerschütterungen, bei denen man eine Rückkehr schlecht prognostizieren kann, sind wir derart geschwächt, dass wir jede Hilfe gut gebrauchen können“, sagte Manager Peter John Lee zu der Verpflichtung. Dass die Wahl auf Sim gefallen ist, sei vor allem darin begründet, dass Sim schon bei vielen Vereinen seine Stärken als Torjäger bewiesen habe.

Die Bilanz des Kanadiers kann sich sehen lassen. 484 Spiele hat der Flügelstürmer in der nordamerikanischen Profiliga NHL vorzuweisen. In dieser Zeit erzielte er 76 Tore und bereitete 64 Treffer vor. Mit den Dallas Stars holte er 1999 den Stanley-Cup. Nach zwölf Saisons in der NHL entschied er sich 2011 dann als neue Erfahrung für einen Wechsel zum tschechischen Klub HC Pardubice, von wo er zu Slavia Prag ausgeliehen wurde. Dort wurde er nicht glücklich. „Die Trainer konnten kein Englisch und meine Kinder kamen dort nicht zurecht“, nennt Sim als Gründe. Er ist froh, jetzt bei den Eisbären zu spielen. „Ich habe viel von Berlin gehört. Ich weiß, dass die Mannschaft ein Siegerteam ist.“ Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. Sim kann sich aber vorstellen, auch länger zu bleiben.

Bereits am Freitag gegen den EHC München (19.30 Uhr/Arena am Ostbahnhof) könnte Sim erstmals für die Eisbären auflaufen. Mit Tyson Mulock und Nick Angell kehren voraussichtlich zudem zwei der zuletzt angeschlagenen Spieler zurück. Sven Felski wurde unterdessen vom Disziplinarausschuss für vier Ligaspiele gesperrt.