Faeser: Menschenrechte bei Vergabe von Sportevents beachten

Bei der Vergabe internationaler Sportveranstaltungen sollte nach Ansicht von Bundesinnenministerin Nancy Faeser künftig stärker als bisher auf menschenrechtl...

ARCHIV - DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin für Inneres und Heimat.
ARCHIV - DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin für Inneres und Heimat.Sebastian Gollnow/dpa

Berlin-Bei der Vergabe internationaler Sportveranstaltungen sollte nach Ansicht von Bundesinnenministerin Nancy Faeser künftig stärker als bisher auf menschenrechtliche Aspekte geschaut werden.

„Keine WM findet im luftleeren Raum statt“, betonte die SPD-Politikerin, die vor der Fußball-Weltmeisterschaft nach Katar reisen will. „Menschenrechte gelten immer und überall - und jetzt schaut die ganze Welt besonders hin“, sagte sie am Freitag.

Die Verantwortung liege hier zwar nicht bei den Fußballern auf dem Platz, der organisierte Sport trage aber selbstverständlich eine Verantwortung. „Deshalb müssen wir mit Blick auf künftige internationale Sportevents sicherstellen, dass die Vergabe und Ausrichtung an menschenrechtliche Standards geknüpft wird“, fügte Faeser hinzu.

Die 52-Jährige, die als Sportministerin für die Förderung des Spitzensports zuständig ist, wird auf ihrer für kommenden Montag geplanten zweitägigen Reise in das Golfemirat unter anderem von einer Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um Präsident Bernd Neuendorf begleitet sowie von der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Luise Amtsberg.

Seit der Vergabe der WM an Katar, die vom 20. November und bis 18. Dezember stattfindet, hatte es immer wieder Kritik an der Situation von Gastarbeitern gegeben. Diese bezog sich sowohl auf Fragen der Arbeitssicherheit, die Unterbringung, Entlohnung und den rechtlichen Status der ausländischen Arbeiter - auch mit Blick auf die Stadien und andere Bauten, die für die Weltmeisterschaft errichtet wurden.

Amnesty International hatte diese Woche eingeräumt, die im Golfstaat vor wenigen Jahren eingeführten Reformen des Arbeitsrechts hätten zwar zu deutlichen Verbesserungen geführt. Es gebe aber weiterhin „legale Schlupflöcher“.