Favoriten patzen: Niederlagen für Toptrio

Für die Favoriten in der Handball-Bundesliga gibt es überraschende Rückschläge. Kiel, Berlin und die Rhein-Neckar Löwen kassieren nicht eingeplante Niederlag...

ARCHIV - Füchse-Coach Jaron Siewert (l) und Valter Chrintz ab erwischten in Minden einen gebrauchten Tag.
ARCHIV - Füchse-Coach Jaron Siewert (l) und Valter Chrintz ab erwischten in Minden einen gebrauchten Tag.Andreas Gora/dpa

Frankfurt/Main-Erst patzte Rekordmeister THW Kiel, dann kassierten die Füchse Berlin ihre erste Saison-Niederlage und schließlich gab es auch für die Rhein-Neckar Löwen eine Pleite.

Das bisherige Toptrio der Handball-Bundesliga hat ein Wochenende zum Vergessen erlebt. Einen Tag nach dem 32:33 des Titelfavoriten aus Kiel gegen den TBV Lemgo-Lippe verlor der Hauptstadt-Club am Sonntag überraschend beim bisher sieglosen Schlusslicht GWD Minden mit 27:32 (15:11). 

Dennoch bleiben die Berliner, die zudem Rechtsaußen Valter Chrintz mit einer Knieverletzung verloren, mit 17:3 Punkten Tabellenführer. Denn Verfolger Rhein-Neckar Löwen unterlag im Anschluss beim HSV Hamburg mit 37:40 (18:21) und vergab mit nunmehr 16:4 Zählern den möglichen Sprung an die Spitze. „Wir haben in der Abwehr nicht die gewohnte Stabilität gefunden und sind nicht ins Tempospiel gekommen“, kritisierte Mannheims Rechtsaußen Patrick Groetzki.  

„Herber Rückschlag“ für Füchse

Auch die Berliner waren bedient. „Das war ein herber Rückschlag. Wir haben so viele eklatante Fehler gemacht und den möglichen Sieg weggeworfen“, kritisierte Sportvorstand Stefan Kretzschmar beim Pay-TV-Sender Sky. Ähnlich bewertete Trainer Jaron Siewert den schwachen Auftritt beim Tabellenletzten. „Die Niederlage und die Verletzung sind sehr bitter“, sagte er. „Nach dem Ausscheiden von Chrintz haben wir den Faden verloren. Dass wir so viele technische Fehler machen und in der Abwehr kaum noch Zugriff haben, darf uns nicht passieren, auch wenn sich ein wichtiger Spieler verletzt.“

Chrintz war beim Stand von 19:16 (41.) für die Gäste nach einem Wurf so unglücklich gelandet, dass er nach einer längeren Behandlungspause vom Parkett getragen werden musste. Danach ging bei den Berlinern, die in der ersten Halbzeit bereits Linksaußen Hans Lindberg mit einer Roten Karte verloren, nichts mehr.  

Gedrückte Stimmung herrschte am Samstag auch in Kiel. „Das war ein bitterer Abend für uns. Wir müssen uns jetzt als Team der Situation stellen“, sagte THW-Trainer Filip Jicha nach der ersten Heimniederlage gegen Lemgo seit 20 Jahren. Mit 14:4 Zählern fiel Kiel auf den fünften Tabellenplatz zurück. Kapitän Domagoj Duvnjak redete nach der unerwarteten Pleite Klartext. „Lemgo hat verdient gewonnen. Wir haben schlecht gespielt, hatten nicht die notwendige Energie, nicht die Körpersprache“, monierte der Kroate.