Berlin - Der Begriff „Die Mannschaft“ als Marke für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem Urteil des Experten Alfons Madeja gescheitert.

Dabei bezieht sich der Professor für Betriebswirtschaft und Sportmanagement auf die Ergebnisse einer Umfrage der SLC Management aus Nürnberg unter seiner Leitung, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ online berichtete. Danach ist zwar der Bekanntheitsgrad der Marke seit ihrer Einführung 2015 gestiegen, die Akzeptanz aber fortwährend gesunken. 78,4 Prozent der rund 5300 befragten Anhänger und Kunden der Fußball-Bundesliga habe sich dafür ausgesprochen, den Claim „Die Mannschaft“ wieder abzuschaffen.

„Keine Emotionen und keine Identifikation“

„Der Claim erzeugt keine Emotionen und keine Identifikation. Er geht an den Empfindungen der Menschen vorbei“, sagte Madeja. Er komme nach den eigenen Angaben zufolge repräsentativen Umfragen zu dem Schluss, dass „Die Mannschaft“ nach objektiven Kriterien als „gescheitert“ anzusehen sei.

Der Bekanntheitsgrad der Marke ist der Umfrage zufolge von 74,7 Prozent 2015 auf 91,6 Prozent im Juni 2022 gestiegen. Im gleichen Zeitraum verschlechterte sich die Zustimmung zu „Die Mannschaft“ von 3,16 auf 3,94. Auf die Frage, wie gut der Claim gefällt, war eine Bewertung von eins (sehr gut) bis fünf (mangelhaft) möglich. Auch die Zustimmung dazu, ob die Marke zur Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) passt, sank von 55 Prozent der Befragten 2016 auf 21,1 Prozent im Juni 2022.

Seit geraumer Zeit wird über die Abschaffung der Marke „Die Mannschaft“ diskutiert. Zuletzt hatte sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL), Hans-Joachim Watzke, dafür ausgesprochen. Für eine neue Marke sei die Akzeptanz in der Öffentlichkeit entscheidend, sagte Madeja. „Es gibt in dieser Frage nichts Belastbareres als ein öffentliches Urteil.“