Dortmunds Thomas Delaney (l) und Münchens Benjamin Pavard kämpfen um den Ball.
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DortmundEs bleibt alles beim Alten, wenn der BVB gegen Ende einer Saison versucht, dem FC Bayern endlich mal wieder eine deutsche Meisterschaft streitig zu machen. Experten, Spieler und Funktionäre diskutieren und träumen, bevor der Hegemon aus München am Ende einfach stabiler, reifer und besser ist. Mit 0:1 (0:1) verloren die Dortmunder durch ein Tor von Joshua Kimmich, zwar knapp, aber vollkommen verdient. Sieben Punkte müssten die Dortmunder nun während der verbleibenden sechs Spieltage aufholen, um noch Deutscher Meister zu werden; nach den Eindrücken dieses Abends ist das so gut wie ausgeschlossen. „Das war heute brutal wichtig, für Die Dortmunder wird es jetzt mental schwierig da dran zu bleiben“, sagte Kimmich.

Lucien Favre hatte von seiner Mannschaft verlangt, „intelligent“ zu spielen, auch vor dem Hintergrund einer gewissen Kopflosigkeit während der beiden vorigen Duelle mit dem Rekordmeister, die beide krachend verloren gingen. Und in den ersten Minuten war zu sehen, was dem Trainer bei diesem Appell an sein Team vorschwebte: Geduld im Spielaufbau, ein kluges Positionsspiel, und das Aufspüren passender Momente für Tempoverschärfungen. Schon früh geriet das Münchner Tor in Gefahr, als Erling Haaland nach einer Rettungsaktion von Manuel Neuer die Möglichkeit verpasste, aus der Ferne abzuschließen (1.). Der BVB wirkte in der Anfangsphase dominant, bis die Bayern nach gut zehn Minuten zu einer immer größeren Präsenz in der Dortmunder Hälfte kamen.

Je länger die erste Hälfte dauerte, desto sichtbarer wurde die etwas größere Reife der Münchner, während die Dortmunder immer häufiger kleine Ungenauigkeiten im Spielaufbau produzierten. Sicher wird im Nachgang noch kontrovers diskutiert werden, ob Lucien Favre lieber doch nicht auf einige seiner prominentesten Spieler hätte verzichten sollen. Dass allerdings auch Jadon Sancho und Emre Can in der Startelf fehlten, überraschte viele Beobachter. Die beiden waren zwar zuletzt ebenfalls angeschlagen, durften am Wochenende in Wolfsburg aber Spielpraxis sammeln und schienen gerade rechtzeitig bereit zu sein für das große Topspiel.

Aber es fehlten Routine und Gelassenheit in den umkämpften Räumen, die Bayern waren besser und gefährlicher. Bürki hatte Mühe, einen Schuss von Kingsley Coman abzuwehren (24.), und die besseren Offensivmomente, die der BVB hatte, wurden selten zu echten Chancen. Aber es war ein intensives und niveauvolles Fußballspiel, mit zwei hochkonzentrierten Defensivformationen. Jedenfalls bis zum 0:1, das Bürki mit einer missglückten Torwartaktion begünstigte.

In der 43. Minute hatte Joshua Kimmich 17 Meter vor dem Dortmunder Tor einen Hauch zu viel Raum und lupfte den Ball virtuos in die lange hintere Torecke. Wahrscheinlich hätte Bürki den Ball halten können, irgendwie kam er noch an den Ball, konnte aber keine entscheidende Richtungsänderung mehr bewirken. Es war eine Führung, die ganz gut zu dieser ersten Hälfte gepasst hatte, in der die Bayern eben doch etwas souveräner und fehlerfreier aufgetreten waren, obwohl Robert Lewandowski nach einem Zusammenstoß mit Piszczek etwas gehemmt und nicht mehr ganz fit gewirkt hatte.

Keine echte Schlussoffensive

Aber auch Erling Haaland war eher blass geblieben. Der Norweger entwickelte nie die Wucht, das Tempo und die Kaltblütigkeit, die die Abwehrreihen vor der langen Unterbrechung in Angst und Schrecken versetzt hatte. „Wir wissen, dass wir eine starke Mannschaft haben, wir müssen es nur auf den Platz bringen“, hatte Haaland gesagt, aber der junge Stürmer, Thorgan Hazard, Achraf Hakimi, Julian Brandt und der zuletzt so starke Raphael Guerreiro erreichten nie ihr höchstes Niveau. „Unsere Chancen waren nicht groß genug, daran hat es gehapert“, sagte Mats Hummels.

In der zweiten Hälfte kamen dann Sancho und Can für Brandt und Thomas Delaney, aber das Dortmunder Spiel wurde zunächst nicht besser. Kimmich, Leon Goretzka, David Alaba und Jerome Boateng oder Thomas Müller strahlten eine Souveränität und Gelassenheit aus, die den meisten Dortmundern fehlte. Aber die Dortmunder wehrten sich. Haaland hatte einen Schusschance, blieb aber an Boateng hängen. (59.), musste dann aber entkräftet und angeschlagen ausgewechselt werden. Der BVB mühte sich um Druck, Mahmoud Dahoud gelang noch ein gefährlicher Schuss (80.), aber auch die Einwechslung von Mario Götze verlieh dem Spiel keine Wendung mehr. Für eine wirkliche Schlussoffensive hätten sie vielleicht ihr Publikum gebraucht.