Bochum - Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat nach der abgewendeten Pokal-Blamage beim VfL Bochum einen eigenwilligen Auftritt hingelegt. „Top, Top-Abend. Das war gut, richtig gut“, antwortete der 42-Jährige auf die Frage nach der Leistung der Bayern und sorgte damit für reichlich Irritation bei den anwesenden Journalisten.

Zu einer ernsthaften Aussage ließ sich Salihamidzic, der Medienberichten zufolge von Uli Hoeneß als Sportvorstand vorgeschlagen wurde, nicht bewegen: „Ohne Ironie geht es heut nicht. Heute Abend kann man nicht analysieren, einfach abhaken und ich bin froh, dass wir schnell wieder nach München fahren.“

Neuer mit deutlicher Kritik

Deutlich kritischer äußerten sich die Bayern-Spieler nach dem Dusel-Sieg in Bochum. „Das war in der ersten Halbzeit richtig traurig und enttäuschend. Wir sind mit einer Schramme davongekommen, trotzdem müssen wir darüber nachdenken, wie wir uns präsentieren“, wurde Nationaltorhüter Neuer deutlich und nahm seine Mitspieler in die Pflicht: „Wir brauchen nicht über einzelne Spieler, das System oder den Trainer reden. Wir brauchen nicht nach Ausreden suchen, sondern jeder muss bei sich selbst anfangen.“

Auch der Ex-Bochumer Leon Goretzka, der nach langer Verletzung sein Startelf-Comeback feierte, kritisierte den Auftritt der Münchener: „Wir brauchen wieder eine gewisse Leichtigkeit und Spaß am Spiel. Wenn man so spielt wie heute, dann haben wir alle keinen Spaß.“ Mit Selbstkritik wollte sich Sportdirektor Salihamidzic dagegen nicht aufhalten. Auf Goretzkas Aussage angesprochen, antwortete er, Spaß mache es, „jetzt wieder in den Bus einzusteigen“. Er sei ohnehin nur „aus Freundlichkeit“ aus der Kabine gekommen: „Ich bin einfach nur da, um da zu sein. Und jetzt könnt ihr mich auch wieder nach Hause gehen lassen.“

Salihamidzics Auftritt warf am Dienstagabend genauso viele Fragen auf, wie die erschreckend schwache Leistung der Bayern in der 2. Runde des DFB-Pokals. Erklärungen lieferte der 42-Jährige keine, während die Kritik an Trainer Niko Kovac immer lauter wird. Gerade jetzt scheint eine geschlossene und entschlossene sportliche Führung wichtig, damit die Bayern nicht in eine ähnliche Herbst-Depression rutschen, wie im vergangen Jahr. Der skurrile Auftritt des Sportdirektors sorgt jedoch eher dafür, dass die Fragezeichen rund um die Mannschaft weiter wachsen. (nk)