München - Der emotionalste Moment war der, als bei Uli Hoeneß die Tränen flossen. Der vorbestrafte Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte „als Freund“ Worte an den Präsidenten des Vereins und den Aufsichtsratschef der AG gerichtet, als es Hoeneß übermannte. „Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern. Ohne sein Engagement wäre der FC Bayern nicht das, was er ist“, hatte Rummenigge gesagt. Bei Hoeneß brachen da die Dämme. Er senkte den Kopf und hielt die Hand vors Gesicht, dann weinte er. Die 3 573 Mitglieder erhoben sich und feierten Hoeneß minutenlang mit Applaus und Sprechchören („Uli Hoeneß, du bist der beste Mann“).

Die Jahreshauptversammlung des deutschen Branchenführers war spätestens jetzt zu einem Abend für die Seele des Präsidenten geraten. Im März muss sich der 61-Jährige wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 3,2 Millionen Euro vor Gericht verantworten. Jenseits des FC Bayern war viel Kritik geäußert geworden, dass Hoeneß in seinen Ämtern verbleibt. Rummenigge bezeichnete es hingegen als „Qualität, dass wir uns beim FC Bayern nicht von Forderungen von außen beeinflussen lassen“. Und wenn er sehe, führte Rummenigge aus, „wie Sie alle gerade Uli Hoeneß gehuldigt haben, muss ich sagen: Ich bin nicht allein sein Freund. Der ganze FC Bayern ist sein Freund.“

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