Liverpool - Jürgen Klopp schaltete auf stur. Mag der Boulevard doch Parallelen zu seinem Ende bei Borussia Dortmund ziehen – der Teammanager des kriselnden FC Liverpool glaubt nicht daran, dass sich (Fußball-)Geschichte wiederholt. „Ihr müsst euch um uns keine Sorgen machen“, behauptete Klopp nach dem Aus in der vierten FA-Cup-Runde bei Erzrivale Manchester United scheinbar ungerührt. Dabei waren seine Reds beim 2:3 (1:1) im „Theater der Träume“ erneut hart in der Realität gelandet.

So früh wie diesmal Liverpool scheiterte ein englischer Meister im Pokal zuletzt 2015, als Manchester City dem FC Middlesbrough (0:2) unterlag. In der Liga ist der Titelverteidiger nach fünf Spielen ohne Sieg auf Platz vier abgerutscht. Bei einer Niederlage im Topspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/Sky) bei Tottenham Hotspur könnte er aus den Champions-League-Plätzen fallen. Sollte Manchester City, das eine Partie weniger bestritten hat, gewinnen, betrüge der Rückstand auf das Team von Pep Guardiola bereits sieben Punkte.

Klopp allerdings sprach von einer „guten Vorbereitung“ auf das Spurs-Spiel und betonte: „Wir halten als Gruppe zusammen. Wir wissen genau, woran wir arbeiten müssen. Wir sind dran – und wir werden es lösen." An seinem Glauben an die Mannschaft gebe es „keinen Zweifel, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht selbstkritisch wären“.

Sun zieht Parallelen zu Zeit in Dortmund

Weil Klopp zuletzt auch mal anders geklungen hatte, fühlte sich das in Liverpool verhasste Boulevardblatt Sun an dessen letzte Saison beim BVB 2014/15 erinnert. Ob die Anzahl der Spiele, der VAR, die Anstoßzeiten – es gebe fast nichts, über das sich der Deutsche nicht beklage, ätzte die Zeitung. Als „Beleg“ für ihre These stellte sie Klopps Aussagen ähnliche Sätze aus dessen Abschiedssaison in Dortmund gegenüber.

Damals spielte beim BVB auch ein gewisser Sokratis, der jetzt die Liverpooler Personalprobleme lösen könnte. Klopp, der sich in zunehmender Verzweiflung nach Verstärkung sehnt, soll nach Informationen des Portals The Athletic seine Fühler nach dem Abwehrspieler ausgestreckt haben. Der 32-Jährige hatte sich vergangene Woche mit dem FC Arsenal auf eine Vertragsauflösung geeinigt.

In Manchester wurde erneut deutlich, wie groß Liverpools Probleme in Abwesenheit des langzeitverletzten Abwehrchefs Virgil van Dijk sind. Dem jungen Rhys Williams und Fabinho unterliefen folgenschwere Fehler. Klopp erlebte einen „frustrierenden“ Abend, wie er bekannte. Dabei spielte sein Team deutlich verbessert, Doppelpacker Mo Salah beendete die jüngste Torflaute.

Doch Klopp und der FA Cup – das passt einfach nicht zusammen. Der Coach kam bei seiner sechsten Teilnahme am ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt zum fünften Mal nicht über die vierte Runde hinaus, in der vergangenen Saison war in Runde fünf Schluss. „Wir waren nicht auf unserem absoluten Top-Niveau, aber ich habe viele Schritte in die richtige Richtung gesehen“, sagte er.