Ihlas Bebou von der TSG Hoffenheim trifft zum  1:0 gegen die Köpenicker. 

BerlinDer Aufschwung des 1. FC Union hat am Dienstagabend einen leisen Dämpfer erfahren. Im letzten Heimspiel dieses Jahres unterlag die Elf von Trainer Urs Fischer der TSG Hoffenheim mit 0:2. Trotz der Niederlage sind die Eisernen mit 20 Punkten nach 16 Spieltagen noch immer im Soll, und nicht nur das: Auch gegen den inzwischen in der Bundesliga etablierten Klub des SAP-Gründers Dietmar Hopp waren die Köpenicker allemal ebenbürtig, woran es dieses Mal aber dann doch ein wenig mangelte, war die Durchschlagskraft im Angriff.

Die beste Chance zum späten Ausgleich hatte der sonst so treffsichere Angreifer Sebastian Andersson, der in der 83. Minute frei zum Schuss kam, aber am glänzend reagierenden TSG-Keeper Oliver Baumann scheiterte. Als die Unioner in den Schlussminuten noch mal in einem finalen Anlauf alles auf eine Karte setzten, gelang den Gästen schließlich durch Christoph Baumgartner noch das 0:2 (90.+1).

Kämpfen wie in einem Pokalspiel

Es ist schon bemerkenswert, wie es den Eisernen immer wieder gelingt, einem Bundesligaspiel den Charakter eines Pokalspiels zu verleihen. Auch Hoffenheim 1899 versuchte sich ja erst mal daran, über lange Ballbesitzphasen Kontrolle über das Spielgeschehen zu gewinnen. Das Personal dafür haben die Kraichgauer ja an sich dafür, den routinierten Nationalspieler Sebastian Rudy beispielsweise oder den hoch talentierten Dänen Robert Skov. Aber Qualität schützt eben im Stadion an der Alten Försterei nicht vor unangenehmer Schweißarbeit, vor energiegeladenen Zweikämpfen. Ja, geradezu zwangsläufig wird man als Gegner des 1. FC Union durch Typen wie Sebastian Andersson, Robert Andrich, Marvin Friedrich oder Florian Hübner in einen nervigen Fight verwickelt.

Vor allem Hübner und Andrich setzten gleich zu Beginn Zeichen. Der eine mit einer mächtigen Grätsche gegen Skov, der andere mit einem One-Man-Pressing, das zu einem ersten Eckball und zu einer ersten Tormöglichkeit führte. Doch Andrich selbst fand beim Drehschussversuch nicht genügend Halt, um gezielt abzuschließen (8.). Vier Minuten spurtete Marcus Ingvartsen auf der linken Seite nach einem Pass von Christopher Lenz mit wilder Entschlossenheit in Position, sein Querpass tippte vor Anthony Ujah aber noch einmal kurz auf, sodass der Nigerianer letztlich keine Chance auf einen Torerfolg hatte.

Mittelfeldspieler als geschickte Zerstörer

Trotz oder vielleicht auch wegen der hohen Intensität gelang es beiden Mannschaften fortan nicht, ihre Angriffe zu Ende zu spielen. Wiederholt wurden die Versuche da wie dort durch Fouls gestoppt, wiederholt erwiesen sich die Mittelfeldspieler auf beiden Seiten als geschickte Zerstörer. Union war deshalb eigentlich nur über Standardsituationen gefährlich, Hoffenheim, das den Kampf überraschend gut annahm, wiederum hatte bis zum Seitenwechsel schließlich nur eine, wenn auch sehr gute Torchance, als Ilhas Bebou nach einem Konter Andrej Kramaric freispielte, dieser sich aber vor dem herausstürzenden Rafal Gikiewicz an einem letztlich missratenen Kunststückchen versuchte (37.).

Ein bisschen mehr Ordnung hätten sich wohl beide Trainer gewünscht, aber auch in Hälfte zwei bekamen Urs Fischer und Alfred Schreuder vor allem viel Leidenschaft, aber wenig Linie zu sehen. Ja, erst mal wurde da viel mehr über Fußball diskutiert als Fußball gespielt. Wobei Schiedsrichter Sören Storks als Schlichter eine ziemlich ordentliche Figur machte. Auch als sich Unions Marvin Friedrich und Rudy in der 55. Minute in der Nähe der Eckfahne ein Wortgefecht mit Mini-Schubserei lieferten.

Nun lässt sich leidlich darüber spekulieren, inwieweit Friedrichs Konzentration unter dieser Nebensächlichkeit gelitten haben mag. Der Innenverteidiger allerdings war es, der mit einer unsauberen Kopfballabwehr die Fehlerkette zum 0:1 in Gang setzte. Bebou kam an den Ball, tanzte den viel zu schnell in die Grätsche gehenden Hübner aus, um aus etwa 20 Metern abzuziehen. Lenz stellte sich in den Weg, fälschte mit der Hacke ab, was Gikiewicz schließlich vor eine unlösbare Aufgabe stellte.