Felix Loch weint Georg Hackl „nicht hinterher“ – voller WM-Fokus 

Felix Loch fiebert auch ohne die Unterstützung seines abgewanderten Rodel-Mentors der WM entgegen. Das Verhältnis zu Georg Hackl hat Risse bekommen.

Hat bei der Heim-WM nicht nur das Sportliche im Blick: Felix Loch.
Hat bei der Heim-WM nicht nur das Sportliche im Blick: Felix Loch.Roman Koksarov/AP

Der schmerzhafte Abgang seines langjährigen Mentors Georg Hackl? Für Felix Loch längst abgehakt. „Jede Veränderung hat auch etwas Gutes. Und die Erfolge sind ja immer noch da“, sagte der Rodel-Rekordweltmeister vor den anstehenden Titelkämpfen in Oberhof – bei denen er, ganz ungewohnt, ohne die Expertise seines einstigen Wegbegleiters Hackl auskommen muss.

„Es weint ihm keiner direkt hinterher, auch wenn er natürlich immens viel Erfahrung hat“, sagte Loch, der im vergangenen Jahr vom „Überläufer“ Hackl verlassen worden war. Hackl, die deutsche Ikone, der unermüdliche Tüftler, hat sich dem österreichischen Verband angeschlossen, um die Alpenrepublik konkurrenzfähiger zu machen – und der Kontakt zu seinem ehemaligen Schützling ist dadurch größtenteils abgebrochen.

Felix Loch und Georg Hackl: Das Verhältnis ist distanziert

„Das Verhältnis ist leider schon distanziert geworden“, sagte Hackl. Laut Loch sehe man sich an den Strecken und bespreche „das Nötigste“ – mehr aber auch nicht. „Da fehlt auch die Zeit“, so Loch, für den Hackl immer mehr als ein Trainer war.

Im Thüringer Wald sehen sich beide am Wochenende wieder, wenn Loch bei der Heim-WM nach seinem siebten Titel im Einsitzer greift. Hackl will dem 33-Jährigen mit seinen Österreichern in die Parade fahren – doch nach einem überragenden Auftaktwochenende schwächelte die Alpenrepublik im Weltcup zuletzt. „Da kann und darf man nicht zufrieden sein“, sagte Hackl, der um die enorme Stärke des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) weiß: „Die Deutschen werden alle Trumpfkarten ausspielen.“

Und diese Trumpfkarten heißen neben Loch vor allem Max Langenhan, Anna Berreiter, Tobias Wendl und Tobias Arlt. Bei der gleichzeitig als EM ausgetragenen Generalprobe vor zwei Wochen im lettischen Sigulda gab es deutsche Doppelsiege im Einsitzer bei Frauen und Männern, Wendl/Arlt holten zudem Gold im Doppelsitzer. Auch nach dem Abgang von Rekord-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger winkt vor heimischem Publikum ein Medaillenregen.

Felix Loch möchte eine Medaille gewinnen

„Das Ziel ist eine Medaille“, sagte Loch, der vor 15 Jahren in Oberhof seinen ersten WM-Titel gewann und bei dem nach vielen Jahren im Weltcup „eher Vorfreude als Anspannung“ überwiegt: „Ich kann schon behaupten, dass ich einigermaßen weiß, was auf mich zukommt.“ Europameister Langenhan zählt dabei auf seiner Heimbahn zur größten Konkurrenz des dreimaligen Olympiasiegers. „Er kann in Oberhof schnell fahren“, sagte Loch.

Für Hackl und seine Österreicher geht es hingegen erst mal darum, „die eigene Leistungsfähigkeit wiederzufinden“, wie der 56-Jährige selbst sagt. Eine WM sei für ihn nach all den Jahren „Business as usual“, so Hackl, der seinen Wechsel ins Nachbarland trotz der zuletzt schwachen Leistungen nicht bereut: „Ich hadere nicht mit der Entscheidung. Es war der richtige Schritt in eine neue und spannende Aufgabe.“