Zurück in die Zukunft: Felix Magath arbeitet als Funktionär im Fußball. Trainer will er nicht mehr sein.
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WürzburgFelix Magath ist zurück im Fußball-Geschäft. Der frühere Meistertrainer des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg firmiert als Chef von Flyeralarm Global Soccer. Der 66-Jährige beendete für sich gleichzeitig das Trainer-Kapitel. „Ich bin zu dem Schluss gekommen: Die Zeit des Trainers Magath ist vorbei, insofern ist der Entschluss da, dem Fußball in anderer Weise helfen zu wollen“, sagte Magath bei seiner Vorstellung am Montag in Würzburg. Der gebürtige Aschaffenburger kümmert sich künftig um den Drittligisten Würzburger Kickers und den FC Admira Wacker Mödling aus Österreich.

Magath will Fußballvereine entwickeln

Die namensgebende Onlinedruckereiunterstützt beide Vereine finanziell und ist außerdem Namenssponsor der Frauen-Bundesliga. „Wir freuen uns, so eine Koryphäe gewinnen zu können, das ist eine Sensation“, sagte der Chef der Firma, Thorsten Fischer. Zur konkreten Laufzeit des Engagements wollten sich die Beteiligten nicht äußern. „Ich gehe davon aus, dass diese Tätigkeit hier für mich erst endet, wenn alle zufrieden sind“, meinte der bestens gelaunte Magath, der über einen gemeinsamen Bekannten den Kontakt zu Fischer bekam und dann für den Job begeistert wurde.

„Ich will Fußballvereine entwickeln“, sagte der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986. Magath sieht sich aufgrund seiner großen Erfahrung „als Sparringspartner“ in Fußballfragen bei den Vereinen. „Ich will wieder die Basics in den Vordergrund rücken“, sagte Magath, der zuletzt bis Ende 2017 Coach von Shandong Luneng Taishan in China war. „Es geht nicht nur ums Geld, es geht um Sport, um Leidenschaft.“

Verbesserungspotenzial hat Felix Magath gleich bei seiner Rückkehr auf die Fußball-Bühne erkannt. „Ich fühle mich ein bisschen hilflos ohne meine Tasse, ohne meinen Teebeutel, den ich dann auswringen kann“, sagte Magath amüsiert. Das sei der erste Hinweis, führte er  bestens gelaunt aus, „dass sich was ändern soll“. 

Magath ist also ganz oben angekommen - zumindest logistisch. Von der siebten Etage der Firmenzentrale der Onlinedruckerei aus hat der 66-Jährige einen herrlichen Blick auf die Würzburger Weinberge. Und der sportliche Faktor? Naja. Die Würzburger Kickers sind ein solider Drittligist, der FC Admira Wacker Mödling kämpft in Österreichs Eliteliga um den Klassenerhalt. Magath möchte sich dabei auch gegen den Zeitgast stemmen. „Es wird nur noch Taktik in den Vordergrund gestellt“, meinte. „Ich will zurück zu den Wurzeln, ich will den Fußball wieder in den Vordergrund stellen.“

Quälix klingt romantisch

Seine Worte klingen ziemlich romantisch. Magath, der während seiner Trainer-Karriere den Beinamen „Quälix“ für seine fordernde Trainingsarbeit verpasst bekam, will den Menschen, also den Spieler, in den Fokus rücken. Man wolle „fleißiger“ sein als die anderen, „etwas mehr tun“ als die anderen, und „wir versuchen, professioneller zu werden“.

Den Vergleich mit Ralf Rangnick, der bei Red Bull hochrangiger Fußball-Funktionär ist, ging er aber nicht mit. „Wir werden nicht irgendjemandem nacheifern, dafür bin ich zu lange im Fußball-Geschäft“, stellte Magath klar. In England und zuletzt bis Ende 2017 sogar in China war Magath Coach. Seine Arbeitsauffassung ist  dieselbe wie damals, als er 1995 erstmals Cheftrainer bei seinem Hamburger SV wurde. „Ich habe gelernt: Wer mehr Erfolg will, muss mehr arbeiten“, erklärte er. Die Gesellschaft habe sich da aber seiner Einschätzung nach ein „bisschen gewandelt: Man will möglichst viel Erfolg mit möglichst wenig Aufwand haben.“

Das ist nun wirklich nicht Magaths Ding. Wie lange er seinen Posten ausfüllen will, ließ er offen. „Ich gehe davon aus, dass diese Tätigkeit hier für mich erst endet, wenn alle zufrieden sind“, meinte er und machte sich nach der Vorstellung in Würzburg gleich auf nach Wien: Dort wurde Magath am Nachmittag noch beim zweiten Fußball-Projekt des Finanziers vorgestellt.