Berlin - Felix Neureuther hat einen Vorschlag gemacht, dessen Umsetzung nicht nur den professionellen Skizirkus ins Mark treffen würde, sondern weitaus mehr Beteiligte: Der frühere Skirennfahrer aus Garmisch-Partenkirchen findet, es müsse im Skirennsport in einer bestimmten Zeit ein Testverbot geben. „Es darf nicht mehr erlaubt sein, im Sommer zwischen Juni und September auf den Gletschern zu trainieren.“ 

Seit Jahren beginnt die Weltcup-Saison der Alpinskifahrer bereits im Oktober auf dem Gletscher in Sölden. Die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer aus aller Welt haben sich auf dieses Datum eingestellt. Auch Sponsoren, Sportartikel- und Tourismusbranche sind darauf fixiert. Denn laut Tirolwerbung ist der Termin, an dem die Stars am Rettenbachgletscher gegeneinander antreten, „auch der Startschuss für den Beginn der Wintersaison in Sölden“. Die Rennen sind für 23./24. Oktober geplant.

Neureuther warnt vor ökologischen Risiken des Ski-Tourismus

Nun spricht sich Neureuther für eine Verschiebung des Weltcup-Auftakts in den November aus. „Um die Jahreszeit liegt wieder Naturschnee auf den Gletschern, und dann ist das auch in Ordnung“, sagt der 37-Jährige. „Der Weltcup-Auftakt Ende Oktober ist für mich aus der Zeit gefallen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der 13-malige Weltcup-Sieger für mehr Klimaschutz einsetzt. Schon früher warnte er vor den ökologischen Risiken des Ski-Tourismus und forderte, ihn so umweltfreundlich und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Inzwischen hat der Vater zweier Kinder sein Umweltengagement erweitert. Zuletzt drehte er mit National Geographic eine Dokumentation mit dem Titel: „Rettung der Alpen“.

Als Ski-Alpin-Fernsehexperte steht Neureuther regelmäßig vor der Kamera. Allerdings, so glaubt er, habe der Skirennsport ein Problem. „Wie willst du glaubwürdig sein, wenn du im Sommer auf Gletschern Ski fährst, die es bald nicht mehr geben wird?“ Eine spannende Frage. Auf die Antwort des neuen Ski-Weltverbandspräsidenten (Fis) Johan Eliasch aus Schweden darf man ebenso gespannt sein wie auf die Reaktion der Tourismusmarketing-Strategen.