Festival der Fehlwürfe: Alba verliert in Frankfurt 84:90

Frankfurt am Main - So richtig konnten die Frankfurt Skyliners und ihre Fans nicht begreifen, was gerade passiert war. „Mit 90:84 schlagen wir Alba Berlin. Unfassbar“, brüllte etwa der Hallensprecher in sein Mikrofon. Auch Spieler und Fans waren ob der großen Überraschung, die sich gestern Nachmittag am 13. Spieltag der Basketball Bundesliga in Frankfurt zugetragen hatte, in Feierlaune und hüpften zusammen bei der Humba.

Ganz anders die Akteure von Alba Berlin. Die bekamen von den Frankfurter Feierlichkeiten schon gar nichts mehr mit, hatten sie sich doch, so schnell sie nur konnten, in ihre Kabine zurückgezogen. Einzig Forward Luke Sikma stand noch in Hörweite des Spektakels und diktierte frustriert: „Wir haben sie total unterschätzt und ihnen nicht den Respekt entgegengebracht, den sie verdienen.“ Ein folgenreicher Fehler, der großen Anteil an der bitteren 84:90-Niederlage hatte.

Das erste Viertel war dabei noch ausgeglichen gewesen. Die Berliner sicherten sich zwar viele Offensivrebounds, verloren aber auch oft den Ball, so dass sie nach dem ersten Viertel nur 22:21 führten. Im zweiten Viertel veranstaltete Alba ein Festival der Fehlwürfe. Während ihre Gastgeber sich mit Hilfe gut strukturierter und geduldig durchgelaufener Angriffe einen freien Wurf nach dem nächsten herausspielten, tat Alba sich offensiv schwer.

Das Ergebnis waren nicht nur zahlreiche Ballverluste und eben Fehlwürfe, sondern auch ein fast etwas verzweifelt wirkender Alejandro Garcia Reneses auf der Bank. Egal ob an der Seitenlinie stehend oder auf seinem Trainerstuhl sitzend, immer wieder schlug der Spanier seine Hände zusammen, zuckte ratlos mit den Schultern und ließ sich bei seinen Assistenten über die Ungeschicktheiten seiner Spieler aus. „Ich habe keine Ahnung wieso, aber wir waren viel zu unkonzentriert“, monierte er auch nach Spielende. So spielten die Alba-Profis Pässe, die gar nicht ankommen konnten, und nahmen auch ihre Würfe, ohne sie vorher gut vorbereitet zu haben.

Aus dem Tiefschlaf aufgewacht

Immerhin kam Alba deutlich verbessert aus der Pause. Zwar dauerte es im Angriff wieder einige Minuten, ehe man einen guten Rhythmus fand, dafür stand die Defensive deutlich besser. Spätestens ab Mitte des dritten Abschnitts wachten die Berliner dann auch im Angriff aus dem Tiefschlaf auf, in den sie nach dem Auftaktviertel verfallen waren. Marius Grigonis traf per Dreier, Spencer Butterfield legte per Mitteldistanzwurf, Korbleger und ebenfalls per Dreier nach und so war das Spiel beim 56:60 nach 30 Minuten wieder völlig offen.

Dass es dies dann nur wenig später bereits nicht mehr war, war daran zu erkennen, dass sich Frankfurts Mike Morrison bereits Mitte des Schlussabschnitts laut brüllend von den 4 860 Fans in der Frankfurter Halle feiern ließ. Zurecht, hatte seine Mannschaft doch in den Minuten zuvor einen spektakulären Lauf hingelegt und Alba mit Dreien und Dunkings und And-Ones beim 58:70 erneut einen Zwölf-Punkte-Rückstand beschert.

Zwölf Punkte, die sich anschließend als minimal zu viel erwiesen. So machte Alba das Spiel tatsächlich noch mal spannend. Kam 20 Sekunden vor dem Ende gar noch mal auf zwei Punkte heran. Weil man dann aber foulen musste und weder Tai Webster noch AJ English an der Freiwurflinie Nerven zeigten, ging man als Verlierer vom Feld.