Ein Funken Vernunft: Fifa-Präsident Gianni Infantino.
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BerlinNach Bundesliga und Uefa hat auch die Fifa ein umfassendes Corona-Protokoll verfasst und darin unter anderem die umstrittenen Vorschriften zur Abstellung von Nationalspielern in der Pandemie-Zeit geregelt. Im Gegensatz zu den September-Länderspielen ist eine Aufhebung der Abstellungspflicht zwar nun an Bedingungen geknüpft, dennoch kommt der Fußball-Weltverband mit den neuen Vorgaben den Forderungen der europäischen Profi-Vereine entgegen.

Klubs müssen ihre Spieler nicht abstellen, wenn am Ort des Vereins oder am Ort des Länderspiels eine zwingende Quarantäne von fünf Tagen oder eine Reisebeschränkung zu einem dieser Orte besteht. Abstellungspflicht besteht hingegen, wenn die Behörden den Mannschaften eine „spezifische Ausnahmebewilligung“ erteilt haben. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende also für die Länderspielfenster im Oktober und November.

Zuletzt hatten Vertreter mehrerer Bundesliga-Klubs eine Abstellungspflicht harsch kritisiert und die Sorge geäußert, Spieler könnten durch Quarantäne-Vorschriften Partien ihrer Klubs verpassen. Der polnische Hertha-Profi Krzysztof Piatek hatte im September wegen einer Berliner Quarantäne-Regelung beim Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig (4:5) nicht mitwirken dürfen.

Für die Partien der deutschen Nationalmannschaft im Oktober besteht auch nach den neuen Regeln eine Abstellungspflicht, da den DFB-Profis weder in der Ukraine noch nach der Rückkehr vom Nations-League-Spiel aus Kiew (10. Oktober) zum nächsten Spiel in Köln gegen die Schweiz (13. Oktober) eine Quarantäne droht.

Die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sieht vor, dass bei beruflich unaufschiebbaren Reisen unter fünf Tagen in die Ukraine bei einer Corona-Testreihe die Quarantänepflicht entfällt. Diese Testreihe können Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler nachweisen.