London - Der Einsatz der Torlinien-Technologie während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien rückt näher. Die Weltfußball-Regelhüter einigten sich „im Prinzip“ auf die Einführung des Systems, wie FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke nach der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) am Samstag in London sagte. Die Technik könnte möglicherweise bereits bei der Club-WM in Japan im Dezember und beim Confederations Cup 2013 in Brasilien zum Einsatz kommen. „Wir wollen das System für die WM 2014 etabliert haben“, sagte der Franzose.

In der ersten Testphase hätten zwei von acht Tortechnologie- Systemen „sehr positive Ergebnisse“ erzielt, sagte Alex Horne, Generalsekretär des englischen Fußballverbandes FA. In Phase zwei zwischen März und Juni würden die beiden Systeme - eines nur mit Kameratechnik und eines mit einer Kombination aus Kamera und Chip im Ball - weitergetestet.

Entscheidung nach EM-Finale

Bei einer IFAB-Sondersitzung in Kiew einen Tag nach dem EM-Finale soll die endgültige Entscheidung fallen. „Erweist sich die Technik als robust und akkurat, machen wir daraus am 2. Juli ein Gesetz“, sagte Horne. FIFA-Präsident Joseph Blatter, der der Runde vorsaß, hatte sich erst am Freitag erneut für die Einführung der Technik stark gemacht.

Auch der deutsche Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel begrüßt die geplante Einführung der Torlinien-Technologie durch den Fußball-Weltverband FIFA. „Ich freue mich darüber, weil es Schiedsrichter bei der Frage 'War der Ball im Tor: Ja oder nein?' nur entlasten kann. Das hilft dem Schiedsrichter und dem Fußball - aber bitte so etwas auch nur bei dieser einen Frage“, sagte Fandel der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

"Wir brauchen 100-prozentige Sicherheit“

Dass die Rückmeldung durch die Torlinien-Technologie binnen einer Sekunde und unsichtbar für das Publikum - etwa per Vibration - an den Referee erfolgen soll, sei „genau die richtige Vorgehensweise. Es muss sehr schnell und sehr unauffällig über die Bühne gehen“, sagte der 47-Jährige. Der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission beim Deutschen Fußball-Bund sprach sich gegen die von UEFA-Präsident Michel Platini bevorzugte Lösung mit den sogenannten Torrichtern aus.

„Bei dieser Dynamik im heutigen Fußball können wir noch so viele Torrichter einsetzen. Lasst uns die Fehlerquelle nicht von einem Menschen auf einen anderen verschieben. Wir brauchen 100-prozentige Sicherheit“, forderte Fandel. (dpa)