Ausweichend hatte Oliver Ruhnert zunächst auf die Frage des Kicker-Reporters geantwortet, ob der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Trainer Urs Fischer demnächst verlängert werde. Erst bei der Einlassung, ob der Klub denn auch an einer langfristigen Lösung interessiert sei, wurde der Manager des 1. FC Union etwas konkreter, stellte Folgendes fest: „Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht sein sollten.“

Wohl wahr, Urs Fischer ist – wobei auch die zielführende Vorarbeit von Ruhnert im Rahmen dieser Lobhudelei nicht unerwähnt bleiben darf – der Aufstiegsmacher. Fischer ist der Mann, der es möglich gemacht hat, dass die Fans der Eisernen in den vergangenen Monaten so großartige Fußballstunden erleben durften, das 3:1 am 3. Spieltag der Bundesliga gegen Borussia Dortmund inklusive. Und es darf, wenn das natürlich auch nur hypothetisch ist, davon ausgegangen werden, dass das wohl kaum ein anderer hinbekommen hätte. Okay, vielleicht noch Jürgen Klopp.

Er ist ein Glaubensstifter

Fischer liefert inhaltlich als Fußballlehrer an der Alten Försterei jedenfalls Schweizer Wertarbeit ab, was sich an der Auswahl seiner Spieler und an der Qualitätssteigerung dieser Spieler ablesen lässt. Er ist ein Glaubensstifter im besten Sinne, hat das Vertrauen der Profis gewonnen, indem sein Coaching aus dem täglichen Kleinklein über Ansprache und Trainingslehre zum großen Erfolg geführt hat.

Zudem hat der 53-Jährige im Gegensatz zu einer Reihe seiner Vorgänger die richtige Distanz zu all dem positiven, ihn umschwirrenden Wahnsinn in Rot-Weiß, ohne dabei unnahbar zu wirken. Ja, Fischer hat das geschafft, wozu seine Vorgänger nicht in der Lage waren: Er hat den 1. FC Union auf sportlicher Ebene den entscheidenden Funken Professionalität verliehen.

Weil das natürlich auch andere Klubs im In- und Ausland mitbekommen haben dürften, gilt es sich nun zu sputen. Gilt es, Fischer eine Perspektive aufzuzeigen, die über das Ziel Klassenerhalt hinausgeht. Immerhin hat der Umworbene schon mal Champions League gecoacht, in seiner Heimat mit dem FC Basel zwei Meisterschaften und einen Pokalerfolg gefeiert. Das alles kann Union natürlich nicht in Aussicht stellen, aber neben ganz viel Liebe zumindest eine auch in Zukunft bundesligataugliche Mannschaft – und ach ja, ein auf 38000 Plätze erweitertes Stadion, das zumindest in Deutschland seinesgleichen suchen wird.