Die Wangen aufgeblasen, der Kopf rot, angestrengter Blick: Diese Pose einte alle Profis der Eisbären in den vergangene Tagen. Bei der Kraft- und Ausdauertests im Olympiastützpunkt Berlin mussten sie offenlegen, wie fleißig sie in den vergangenen Monaten an ihrer Fitness gearbeitet haben. Ob sie tatsächlich die Vorgaben der Trainer in Eigenregie erfüllt haben.

Chefcoach Serge Aubin, der die neu formierte Mannschaft am Freitag, 17 Uhr, zum ersten Mal aufs Eis des Sportforums bittet, wirkte zufrieden mit der Performance an den Testgeräten. Er sagte: „Wir haben bei der Arbeit im Gym ein bisschen was verändert, die Jungs haben härter trainiert.“ Nach den zahlreichen Verletzungen in der Vorsaison, die ein Grund waren für eine äußerst durchwachsene Vorrunde, hoffen die EHC-Verantwortlichen auf verbesserte körperliche Voraussetzungen.

Die Mischung stimmt

Personell sieht man sich ebenfalls verbessert, obwohl 14 Abgängen nur sechs Zugänge gegenüberstehen, zudem sind mit Pierre-Cédric Labrie, Sébastien Sylvestre und Sebastian Streu drei Spieler dabei, die sich in den kommenden Wochen aufdrängen wollen für ein längerfristiges Engagement. Aubin jedenfalls lässt verlauten, „dass die Mischung stimmt. Das wir alles hier haben, um erfolgreich zu sein.“

Während es in der Vergangenheit durchaus vorkam, dass neue Spieler schwer japsten nach diesen Fitnesstests, wirkten Mittelstürmer Maxim Lapierre, Torwart Sebastian Dahm und Verteidiger Ryan McKiernan, die Aubin genau beobachtete, körperlich gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben. Lapierre sagte: „Das ist schon okay, ich freue mich aber natürlich, die Jungs endlich richtig kennenzulernen und mit ihnen aufs Eis zu gehen.“

Große Erwartungen

Dass die Erwartungen besonders an einen Profi groß sind, der 694 Spiele in der NHL absolvierte und mit den Vancouver Canucks nur knapp am Stanley Cup vorbeischrammte, ist ihm bewusst. „Ich bin als junger Kerl zu den Montréal Canadiens gekommen, ich habe früh gelernt, mit Druck umzugehen. Ich weiß, wie wichtig es ist, auf dem Eis eine gute Rolle zu spielen.“
Dessen ist sich auch Goalie Dahm bewusst. Rob Zepp, Petri Vehanen, und auch Kevin Poulin, seine Vorgänger genossen höchste Zuneigung bei den Fans. „Ich arbeite gerne in einem Umfeld, wo die Erwartungen groß sind“, sagt der Deutsch-Däne, der im vergangenen Jahr noch das Tor der Iserlohn Roosters hütete. „Ich hoffe, dass die Fans meine Art zu spielen schätzen.“

Ab dem 13. September, wenn die neue Saison gegen die Grizzlys Wolfsburg startet, müssen sie Wort halten. Die ersten Eindrücke aus dem Kraftraum sprechen jedenfalls dafür, dass sie sich gewissenhaft auf ihre neue Aufgabe in Berlin vorbereitet haben.