Gewohntes Bild: Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton (r.) und Valtteri Bottas gratulieren sich zum Doppelsieg.
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BerlinLewis Hamilton hat auch auf der Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps seinen Formel-1-Triumphzug fortgesetzt - Sebastian Vettel dagegen erlebte mit Ferrari vor den Italien-Wochen mit dem 1000. Rennen der Scuderia den nächsten verheerenden Absturz. Der viermalige Weltmeister landete im lahmen roten Rennwagen am Sonntag beim Großen Preis von Belgien nur auf dem 13. Platz. Teamkollege Charles Leclerc wurde 14.

Auf den abermals siegreichen Hamilton fehlte den beiden Ferraris weit über eine Minute. Der sechsmalige Weltmeister verwies bei seinem 89. Triumph seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas aus Finnland und Red-Bull-Mann Max Verstappen aus den Niederlanden auf die Plätze zwei und drei.

Auch ein Re-Start nach einem heftigen Unfall, den Antonio Giovinazzi und George Russell im Gegensatz zu ihren Willams- und Alfa-Romeo-Rennwagen unbeschadet überstanden, störte Hamilton nicht. Sichtlich ergriffen hatte er seine 93. Pole am Samstag dem gestorbenen Schauspieler Chadwick Boseman gewidmet, und er gedachte wie alle anderen vor dem Start bei einer Schweigeminute dem vor einem Jahr bei einem Formel-2-Rennen tödlich verunglückten Anthoine Hubert. Als es losging, schaltete Hamilton in den Perfektions-Modus und machte den Grand Prix durch seine gnadenlose Überlegenheit zu einem ungewohnten Langweiler.

In der Anfangsphase konnte einzig Verstappen halbwegs mithalten. Das Führungstrio war im Gegensatz zum Rest der Top Ten von Beginn an mit der mittelharten Reifenmischung unterwegs. Genau wie Vettel, der nach acht Runden so wieder direkt hinter Leclerc einscherte. Der 22-jährige Monegasse verlor nach gutem Start auf weicheren Reifen an Boden. Bevor Vettel auf der Strecke überholen konnte und das später nach einem Boxenstopp tat, löste ein Unfall von Giovinazzi eine Rennpause aus. Der Alfa-Romeo-Fahrer kam nach einem Fehler vom Asphalt ab, dabei wurde auch der Williams von Russell durch ein umherfliegendes Rad so stark beschädigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte.

Nachdem die Strecke wieder freigegeben worden war, zogen die Silberpfeile erneut davon. Und für Vettel wurde es noch bitterer. Ex-Teamkollege Kimi Räikkönen raste im Alfa Romeo erst vorbei und dann aus dem Blickfeld. Anstatt um Podestplätze in seinem letzten Ferrari-Jahr mitzufahren, stritt Vettel außerhalb der Punkteränge im Niemandsland um die Positionen.

Ein weiterer Boxenstopp warf Leclerc zwischenzeitlich sogar auf den letzten Platz zurück. „Warum musste ich noch mal stoppen?“, funkte der Youngster fragend und mit wenig Verständnis an sein Team. „Das sagen wir dir später“, lautete die unbefriedigende Ferrari-Antwort. Später teilte der Rennstall mit, dass es sich um eine technische Vorsichtsmaßnahme gehandelt habe.