Budapest - Von diesem Wochenende an geht es für Olympiasieger Florian Wellbrock, seine Schwimm-Kolleginnen und -Kollegen sowie Athleten anderer Wassersportarten in Budapest um WM-Medaillen. Die ungarische Hauptstadt war bereits 2017 Ausrichter der Weltmeisterschaft.

Nachdem die eigentlich im japanischen Fukuoka geplante WM coronabedingt ins kommende Jahr verschoben wurde, nahm der Weltverband Fina die nun stattfindenden Titelkämpfe kurzfristig ins Programm.

Welche Sportarten sind bei der WM dabei?

Neben dem Hauptfokus Beckenschwimmen werden WM-Medaillen im Freiwasserschwimmen, Wasserball, Wasserspringen und Synchronschwimmen vergeben. In der ersten WM-Woche sind zunächst die Beckenschwimmer und Synchronschwimmerinnen gefordert. Anschließend werden die Medaillen im Freiwasserschwimmen und Wasserspringen vergeben. Die Wasserball-Wettkämpfe werden vom 20. bis zum 3. Juli ausgetragen.

Wird die WM im Fernsehen übertragen?

Live-Bilder von der Schwimm-WM in Budapest wird es im deutschen Fernsehen nicht geben. Weder die ARD noch das ZDF oder Eurosport planen Übertragungen aus der ungarischen Hauptstadt, auch nicht auf den digitalen Plattformen. Die Sender haben auch keine TV-Rechte. ARD und ZDF werden nach eigener Aussage nachrichtlich in ihren Sendungen über die Titelkämpfe berichten. „Ich finde es schade, dass es nichts im freiempfangbaren Fernsehen zu sehen gibt. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Nachwuchsschwimmer die Wettbewerbe in Deutschland hätten verfolgen können. Scheinbar verliert Schwimmen immer mehr an Stellenwert, obwohl die Leistungen wesentlich stärker geworden sind“, sagte Langstrecken-Bundestrainer Bernd Berkhahn zur Situation.

Wie stehen die deutschen Chancen?

Wellbrock ist erneut der größte deutsche Hoffnungsträger. Der 24-Jährige geht als Titelverteidiger über 1500 Meter im Becken und zehn Kilometer im Freiwasser an den Start. Auch über 800 Meter und fünf Kilometer zählt Wellbrock zu den Medaillenkandidaten. Gespannt sein darf man auch auf die Performance von Wellbrocks Teamkollegen Lukas Märtens, Isabel Gose und von Brustschwimmerin Anna Elendt. Bei den Wasserspringern fehlt Medaillengarant Patrick Hausding, der seine Karriere beendet hat. Die besten Chancen auf Edelmetall haben Tina Punzel und Lena Hentschel, die bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gewonnen haben. Die Synchronschwimmerinnen und das neuformierte Wasserball-Nationalteam zählen nicht zu den Edelmetallfavoriten.

Sind russische Sportler bei der WM zugelassen?

Nein. Nach langem Zögern hat die Fina Ende März Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus für alle von ihr organisierten Veranstaltungen ausgeschlossen. Zuvor hatte der Weltverband den Start dieser Sportler unter neutraler Flagge erlaubt und sich dafür scharfe Kritik eingehandelt. So hatten Deutschland und die Schweiz angekündigt, nicht an der Schwimm-WM teilzunehmen, wenn russische und belarussische Athleten starten dürften.