Berlin - Die Bilder von vollen Bundesliga-Stadien lösten nicht bloß bei König Fußball Glücksgefühle aus. „Es war wie ein erfrischendes Bad für den gesamten Sport, eine Art Befreiung“, sagte Frank Bohmann am Montag. Nach anderthalb Jahren ohne Fans sieht der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga durch den Fußball-Restart vor Zuschauern Licht am Ende des Corona-Tunnels. „Der erste Schritt ist gemacht, diesen Weg wollen wir jetzt weitergehen“, sagte Bohmann stellvertretend für die Profiligen in den großen Hallensportarten, die trotz teils massiv steigender Inzidenzzahlen ab September wieder vor Zuschauern anlaufen sollen.

„Natürlich beobachten wir die aktuell wieder steigenden Inzidenzzahlen mit einer gewissen Sorge, sie dürfen aber nicht mehr allein ausschlaggebend sein“, sagte Bohmann: „Das ist nicht zeitgemäß.“ Komplett unabhängig von der Inzidenz würde es zwar nicht gehen, „sie darf aber nur ein kleiner Teil der Bewertung der Situation sein“. Man müsse, so Bohmann, mit anderen Maßstäben als noch vor einem Jahr bewerten und „vor allem die Auslastung der Intensivstationen zu Rate ziehen“.

Die bangen Blicke gehen dieser Tage in die Bundesländer, wo in dieser Woche viele Coronaschutzverordnungen auslaufen und neu aufgelegt werden. In Nordrhein-Westfalen ist dies beispielsweise am Donnerstag der Fall. Informationen aus den Staatskanzleien zu möglichen neuen Regeln sind noch nicht durchgesickert.

„Wir sitzen ein bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange“, sagte Bohmann. Nach den bislang geltenden Regeln war es so, dass bei einer Inzidenz von über 50 an acht aufeinanderfolgenden Tagen gar keine Zuschauer mehr erlaubt waren. „Dies ist in unseren Augen aber nicht der Ansatz, der die neue Wirklichkeit widerspiegelt“.

Für den Supercup zwischen dem THW Kiel und TBV Lemgo planen die Verantwortlichen am 4. September aktuell mit 4400 Zuschauern in der Arena in Düsseldorf. Zugangsberechtigt sind vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen. „Unsere Wunschvorstellung ist es, dass wir die Arenen in der kommenden Saison wieder bis zu 100 Prozent auslasten dürfen“, sagte Bohmann und verwies gleichzeitig auf die Wichtigkeit des Impffortschritts. Bei sämtlichen Bundesligisten werde es deswegen auch Impfangebote vor den Arenen geben.