Bielefeld - Frank Kramer tritt bei Arminia Bielefeld das schwere Erbe von Aufstiegstrainer Uwe Neuhaus an. Der frühere DFB-Juniorencoach soll die Arminia in den verbleibenden zwölf Saisonspielen vor dem Abstieg bewahren und anschließend in der Bundesliga etablieren. Der 48-Jährige unterschrieb auf der Alm einen Vertrag bis Sommer 2023.

Die Trennung von Neuhaus kam für viele überraschend

„Frank ist ein vielschichtiger Trainer mit reichlichen Erfahrungen im Profi- und Nachwuchsbereich. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinen fachlichen und analytischen Qualitäten der Trainertyp ist, der zum Arminia-Weg passt und den wir für die nächsten Entwicklungsschritte brauchen“, sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi in einer Pressemitteilung der Bielefelder.

Kramer bescheinigte den Ostwestfalen „in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung“, die Arminia sei ein „spannender Verein, der einen sehr seriösen und perspektivisch ausgerichteten Eindruck auf mich macht. Ich freue mich, jetzt ein Teil davon zu sein“, ergänzte der neue Coach, der am Dienstag bereits sein erstes Training leitete.

Die Arminia hat fünf Spiele in Serie nicht gewonnen, dennoch kam die Trennung von Neuhaus am Montag angesichts von Zeitpunkt und Tabellenstand überraschend. Bielefeld ist mit 18 Punkten Tabellen-16., punktgleich mit einem Nichtabstiegsplatz. Zudem haben die Ostwestfalen noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

Die Trennung von Aufstiegsheld Neuhaus hatte bei den Arminia-Fans daher Bestürzung ausgelöst. Das Gros der Anhänger traute dem 61-Jährigen noch zu, den klaren Außenseiter bei dessen Bundesliga-Rückkehr zum Klassenerhalt zu führen. Doch die Vereinsspitze hatte andere Pläne. Zum Saisonende wollte der Klub „unabhängig vom Ausgang“ ohnehin eine „personelle Veränderung an der Spitze des DSC-Trainerstabes“ herbeiführen, wie er gemeinsam mit Neuhaus’ Entlassung bekannt gab.

Kramer arbeitete zuletzt bei Red Bull Salzburg

Der neue Mann an der Seitenlinie kam also nur früher als geplant. Kramer soll bei der Arminia den Ausbildungsgedanken mehr in den Vordergrund rücken und eigenen Nachwuchsspielern zum Sprung in den Profibereich verhelfen, für diese Philosophie stand Neuhaus nicht. Stattdessen holten die Ostwestfalen mit Kramer jemanden, der in der Vergangenheit sein Profil als Nachwuchsfachmann schärfte.

Kramer trainierte unter anderem die U18, U19 und U20 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zuletzt arbeitete er als Nachwuchschef bei Red Bull Salzburg in Österreich. Zuvor war er außerdem als Interimstrainer der TSG Hoffenheim sowie bei den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf und SpVgg Greuther Fürth.

Für Kramer bietet sich nun in einem Heimspiel-Doppelpack die Chance, die Arminia wieder in die Erfolgsspur zu führen. Am Sonntag (18.00 Uhr) bestreitet der neue Coach zunächst sein Debüt gegen den 1. FC Union, drei Tage später am Mittwoch (18.30 Uhr/beide Sky) steht das Nachholspiel gegen Werder Bremen an. „Ich habe totale Lust auf die Arbeit mit den Spielern und der gesamten Mannschaft“, sagte Kramer.