Frankfurt „historisch“, Leverkusen mit Trostpreis – Bayern makellos

Eintracht Frankfurt stürmt bei der Champions-League-Premiere direkt ins Achtelfinale, Bayer Leverkusens Probleme bleiben trotz des Trostpreises Europa League.

Eintracht Frankfurt kann sich auf einen attraktiven Gegner im Champions-League-Achtelfinale freuen.
Eintracht Frankfurt kann sich auf einen attraktiven Gegner im Champions-League-Achtelfinale freuen.dpa/Arne Dedert

Eintracht Frankfurt ließ sich vom glückseligen Anhang bereits als „Europas beste Mannschaft“ feiern, bei Bayer Leverkusen bleiben trotz des Trostpreises Europa League viele Probleme. Und Bayern München stürmte makellos ins Achtelfinale der Champions League.

Das nächste Kapitel des modernen Fußball-Märchens sorgte bei der Eintracht für pure Ekstase. Beste 16 in Europa, in einer Reihe mit Real Madrid oder dem FC Liverpool – die Hessen bewegen sich sportlich in ganz neuen Sphären.

„Es ist überwältigend“, schwärmte Sportvorstand Markus Krösche nach dem dramatischen Kraftakt von Lissabon: „Es ist ein unglaublicher Moment für uns als Verein, ein ganz besonderer Tag.“ Ins Achtelfinale der Königsklasse einzuziehen, sei einfach nur „historisch“, ergänzte Vorstandssprecher Axel Hellmann: „Das lässt innerlich viel ablaufen.“ Von gewonnener Relegation im Jahr 2016 über DFB-Pokalsieg 2018 und Triumph in der Europa League 2022 bis in die Elite der Champions League.

„Da ist eine Menge Entwicklung drin“, sagte Hellmann mit breitem Grinsen. Das gilt im Besonderen für die Premierensaison auf höchster Bühne, die im 2:1 (0:1) bei Sporting ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Zur Halbzeit in der Blitztabelle der engen Gruppe D noch Letzter, stürmte die Eintracht auf Rang zwei nach vorne. Nun warten im Achtelfinale zwischen dem 14. Februar und 15. März 2023 Brocken wie Manchester City, die Auslosung findet am Montag statt.

Hochklassige Gegner a la Manchester United winken auch Bayer Leverkusen, allerdings eine Klasse tiefer in der Europa League. Nach einer völlig verkorksten Gruppenphase in der Champions League geht die Reise in Europa nur dank gütiger Schützenhilfe des FC Porto im „kleinen Europapokal“ weiter. Den Leverkusenern dürfte nach dem 0:0 gegen in der ausverkauften BayArena vor dem so wichtigen Hinrunden-Endspurt in der Bundesliga angst und bange werden.

Vor allem was die Offensive angeht: Zum vierten Mal in sechs Vorrundenspielen blieb Bayer ohne Tor. Die Leverkusener traten gegen den alles andere als stark aufspielenden belgischen Meister müde und uninspiriert auf. Von einem Mutmacher oder gar einem Wendepunkt in der bislang völlig verkorksten Saison konnte beim Bundesliga-16. nicht die Rede sein.

Zufriedenheit herrschte hingegen beim FC Bayern. „Wir wollen den Schwung mitnehmen in die K.-o.-Spiele“, sagte Trainer Julian Nagelsmann hoffnungsfroh nach dem verdienten 2:0 (1:0) gegen Inter Mailand zum Kehraus der Gruppenphase. Allerdings: Das Achtelfinale wird erst ab Februar ausgetragen. Da kann der gute „Flow“ schon wieder dahin sein.