Frauenfußball-WM: Deutschland besiegt Spanien mit viel Glück 1:0

Valenciennes -  Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in Frankreich auf dem besten Weg ins Achtelfinale. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg setzte sich im zweiten Spiel der Gruppe B am Mittwoch vor 20 761 Zuschauern in Valenciennes 1:0 (1:0) gegen Spanien durch. Sara Däbritz erzielte in der 42. Minute den Siegtreffer. Auch ohne die verletzte Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die wegen eines Zehenbruchs fehlte, blieb das deutsche Team damit im fünften Aufeinandertreffen gegen Spanien ungeschlagen. Torschützin Däbritz sprach im ZDF von einem „Willenssieg“ und ergänzte: „Unser Ziel war es, Erster zu werden und mit dem Sieg gegen Spanien sind wir auf einem guten Weg.“ Teamkollegin Svenja Huth sagte: „Wir sind sehr glücklich, dass wir heute die nächsten drei Punkte eingefahren haben. Es war ein hartes Stück Arbeit.“

Der Achtelfinal-Einzug ist dem zweimaligen Weltmeister nach zwei Siegen kaum noch zu nehmen.Im letzten Gruppenspiel am Montag gegen den WM-Neuling Südafrika reicht dem Olympiasieger ein Punkt zum Gruppensieg. Damit würde die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wahrscheinlich ein Achtelfinale gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten aus den USA vermeiden.

Voss-Tecklenburg wechselte im Vergleich zum 1:0 im Auftaktspiel gegen China auf drei Positionen. Neben Marozsan fehlten auch Carolin Simon und Melanie Leupolz in der Startformation. Neu unter den ersten Elf waren Verena Schweers, Lena Goeßling und Lena Oberdorf. Spaniens Trainer Jorge Vilda nahm im Vergleich zum 3:1 gegen Südafrika zwei Wechsel vor: Für Amanda Sampedro und Vicky Losada begannen Nahikari García und Silvia Meseguer.  Diese beiden Spanierinnen hatten in der Anfangsphase gleich drei gute Gelegenheiten – allerdings unter Mithilfe der deutschen Hintermannschaft.Der Rekord-Europameister, der sich bei der Endrunde für Olympia 2020 in Tokio qualifizieren will, boten zunächst ein erschreckendes Bild.  Die Spanierinnen, die in ihrer ersten Begegnung Probleme mit Südafrika hatten (3:1), bestimmten das Geschehen durch frühes Pressing, sicheres Passspiel und viele Positionswechsel fast nach Belieben.

Abstimmung fehlte in allen Bereichen

Die deutsche Defensive offenbarte große Schwächen, Nahikari Garcia hätte in der 14. Minute  die Führung für die Mannschaft von Trainer Jorge Vilda erzielen müssen. Nur zwei Minuten später vergab Silvia Meseguer für Spanien. Nach vorne brachte das verunsichert wirkende DFB-Team, dem in allen Mannschaftsteilen die Abstimmung fehlte, so gut wie nichts zustande. „Wir haben nicht gut begonnen“, sagte Bundestrainerin Voss-Tecklenburg, „in dieser Phase hatten wir wirklich Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind.“

Erst Mitte der ersten Hälfte wurden die Deutschen etwas besser. Mehr als ein paar gute Ansätze im Offensivspiel über die rechte Seite waren allerdings nicht zu sehen, für echte Chancen reichte es nicht. Insgesamt blieben die spielfreudigen, technisch exzellenten Spanierinnen das klar bessere Team. Die deutsche Führung fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Däbritz grätschte den Ball nach einem abgewehrten Kopfball von Spielführerin Alexandra Popp über die Torlinie.

Zu Beginn der zweiten Hälfte vergab Alexandra Popp per Kopf die Chance auf das zweite Tor (50.). Vor allem die Einwechslung der erst 18 Jahre alten Klara Bühl vom SC Freiburg für Kathrin Hendrich (Bayern München) belebte das deutsche Spiel. Insgesamt zeigte sich das Team im Vergleich zur ersten Hälfte stark verbessert. Die Partie stand über weite Strecken des zweiten Durchgangs auf Messers Schneide. Der zweite deutsche Treffer war genauso möglich wie der Ausgleich. Dennoch war Martina Voss-Tecklenburg mit der Steigerung sehr zufrieden: „In der zweiten Hälfte haben wir es sehr gut gemacht.“ (dpa, sid)