Deutschlands Volleyballerinnen wollen mit Vital Heynen jetzt die Großen ärgern

Mit zwei Siegen sind die deutschen Volleyballerinnen in die WM gestartet. Doch nun warten die schweren Brocken.

Die deutschen Volleyballerinnen Jennifer Janiska (l.) und Lena Stigrot müssen bei der WM jetzt schwierige Aufgaben lösen.
Die deutschen Volleyballerinnen Jennifer Janiska (l.) und Lena Stigrot müssen bei der WM jetzt schwierige Aufgaben lösen.dpa/Matthias Rietschel

Die Erleichterung stand Kapitänin Jennifer Janiska ins Gesicht geschrieben. Zwei Spiele, zwei Siege – der WM-Start der deutschen Volleyballerinnen hätte nicht besser laufen können. „Wir sind im Turnier angekommen“, sagte die Außenangreiferin und fügte mit leuchtenden Augen hinzu: „Wir haben Bock auf Polen.“ Dort findet für das Team von Bundestrainer Vital Heynen die nächste Phase der Weltmeisterschaft statt.

Und dort warten auf die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) zunächst zwei schwierige Aufgaben. Am Donnerstag (16 Uhr) geht es in Lodz gegen den Titelverteidiger und Olympiadritten Serbien, nur einen Tag später steht die Partie gegen Olympiasieger USA (19 Uhr) an. Den Abschluss der ersten Runde bildet am Sonnabend das Match gegen Kanada (16 Uhr/alle sportdeutschland.tv).

Vor allem gegen Serbien und die USA ist die Devise klar: „Wir wollen die ganz Großen natürlich ärgern und peilen auch da einen Satz an“, erklärte Janiska. Und auch einen weiteren Sieg könne man in den drei noch ausstehenden Spielen in der Gruppe C „auf jeden Fall anpeilen“.

Heynen setzt alle Spielerinnen seines Kaders ein

Die Ausgangslage ist nach den Erfolgen gegen Bulgarien (3:1) und Kasachstan (3:0) gut, die besten vier Teams der Sechsergruppen erreichen die zweite Runde. Die beiden Siege nehmen laut Janiska ein bisschen Druck raus. Wichtig sei, dass „jeder mal gespielt hat und Rhythmus aufnehmen konnte“, erklärte die 28-Jährige vom Dresdner SC.

Coach Heynen, der das deutsche Männerteam 2014 zu WM-Bronze führte und mit Polens Männern 2018 Weltmeister wurde, nutzte in den beiden bisherigen Partien die Breite seines Kaders und wechselte durch. So saß beispielsweise auch die Kapitänin selbst im ersten Spiel zu Beginn noch auf der Bank und kam nur als Einwechselspielerin zum Einsatz. Gegen Kasachstan überzeugte Janiska dann in der Starting Six direkt als Topscorerin mit 17 Punkten. „Ich habe 14 Joker“, hatte Heynen vor der WM gesagt. Nicht mal auf eine Stammsechs wollte er sich festlegen.

Doch obwohl die deutsche Nationalmannschaft nun zwei Siege auf dem Konto hat, war Heynen am Montagabend nur „halb zufrieden“. Er habe gehofft, „dass wir spieltechnisch schon etwas besser wären“, gab der Belgier zu verstehen. Er wisse, „dass man in ein solches Turnier reinwachsen muss. Aber ich hoffe, dass das schneller geht.“

Auch Mittelblockerin Marie Schölzel betonte, dass das Spiel auf jeden Fall noch ausbaufähig sei: „Aber wir haben die sechs Punkte mitgenommen, das war superwichtig. Eine Basis ist da, und darauf kann man aufbauen.“