Berlin - In der Krise erhielt Mark van Bommel Unterstützung von seinem Trainerkollegen Christian Streich. „Da muss man mal ein klein bissle die Kirche im Dorf lassen“, sagte der Freiburger Coach, nachdem van Bommel auf Unmutsbekundungen einiger Fans angesprochen worden war. Er habe die „Mark van Bommel raus“-Rufe gar nicht gehört, sagte Streich und stimmte damit dem Niederländer zu, der dies nach dem 0:2 seines VfL Wolfsburg gegen Streichs Überraschungsteam ebenfalls zu Protokoll gab.

„Wenn da mal ein paar Leute rufen, sollte man das auch nicht überbewerten“, sagte Streich. Der Ärger der Fans, der sich auch noch in anderen Gesängen äußerte, zeigt allerdings: Nach acht Pflichtspielen ohne Sieg und der vierten Bundesliga-Niederlage in Serie spitzt sich die Lage in Wolfsburg zu. Die Stimmung wird gereizter.

Mit seinem ersten längeren Tief als VfL-Coach geht van Bommel nach außen relativ gelassen um. Nur, als er sich „froh“ über Streichs Aussagen zur „Kirche im Dorf“ äußerte, vermittelte der 44-Jährige kurz den Eindruck, dass die aktuelle Erfolglosigkeit nicht spurlos an ihm vorübergeht.

Van Bommel wehrt sich dagegen, alles, was vor ein paar Wochen noch hervorragend funktioniert hat, plötzlich umzuwerfen. Wie sein Plan nun angesichts des Misserfolgs laute, wurde er gefragt. „Einfach arbeiten, den Weg durchziehen“, sagte er. Und verweist aber auch immer wieder darauf, dass seine Mannschaft den anderen Teams nicht hoffnungslos unterlegen ist, womit er recht hat. „Es sind kleine Details, die entscheiden“, sagte er in den Katakomben der Wolfsburger Fußball-Arena und erhielt dafür Zustimmung von seinem nickenden Trainerkollegen Streich.