Berlin - Etwas geknickt war Christian Streich nach dem leichtfertig verspielten Sieg dann doch. Der Patzer im unverhofften Kampf um die Königsklasse oder das unnötige Abrutschen auf Rang vier – all das sei zwar „kein Weltuntergang“, betonte der Trainer des SC Freiburg, gab aber zerknirscht zu, dass es „natürlich schon ein bisschen schade“ sei. Zumal ihm ein verspätetes Geschenk zum zehnten Dienstjubiläum verwehrt blieb.

Das 2:2 (1:0) zum Rückrundenstart gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld drückte beim Überraschungsteam der Hinrunde auf die Stimmung. Von einem „ganz, ganz bitteren“ Nachmittag sprach Kapitän Christian Günter, der mit Freiburg vor dem Jahreswechsel so furios aufgespielt hatte. Doch um sich den großen Traum von Europa erfüllen zu können, muss die Mannschaft aus dem beschaulichen Breisgau die Schwankungen abstellen.

„Die Enttäuschung überwiegt, das Ergebnis ist unnötig“, sagte Benjamin Uphoff, der Stammkeeper Mark Flekken nach dessen positiven Corona-Test ersetzt hatte und bei den Treffern durch Masaya Okugawa (60.) und Bryan Lasme (87.) eine äußerst unglückliche Figur machte. Doch der Bundesliga-Debütant erhielt nach dem gebrauchten Tag die Rückendeckung seines Teams.

Es sei „überhaupt kein Problem“, versicherte Streich und ergänzte: „Ich mache auch Fehler und bin manchmal unglücklich. Er ist derjenige, der am schlechtesten schläft. Es tut mir echt leid, dass es so ein bisschen blöd für ihn gelaufen ist.“ Auch Höler machte Uphoff keinen Vorwurf. Wohl auch, weil das ganze Team gegen tapfer kämpfende Bielefelder eine Schlussphase zum Vergessen spielte und die 2:0-Führung noch aus der Hand gab.