Nicht mehr zu retten: Dynamo Dresdens Florian Ballas bringt seine Enttäuschung zum Ausdruck. 
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BerlinDer VfB Stuttgart steht dicht vor dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, der Hamburger SV droht dagegen ein weiteres Jahr Zweite Liga. Durch das beeindruckende 6:0 beim 1. FC Nürnberg festigten die Schwaben Rang zwei hinter Aufsteiger und Meister Arminia Bielefeld. Theoretisch braucht der VfB im Heimspiel am nächsten Sonntag gegen Darmstadt noch einen Punkt, um die direkte Rückkehr in die Erste Liga zu fixieren, er geht jedoch mit einer um elf Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem 1. FC Heidenheim in das Saisonfinale. Die Heidenheimer besiegten den Hamburger SV mit 2:1 und verdrängten den HSV dadurch vom Relegationsplatz. Mit einem eigenen Sieg in Bielefeld würde der FCH in die Relegation einziehen.

Dynamo Dresden und der SV Wehen Wiesbaden sind dagegen so gut wie abgestiegen. Schlusslicht Dresden hat nach dem 1:0 in Sandhausen genauso wie Wehen, das 1:3 in Darmstadt verlor, jeweils 31 Punkte auf dem Konto. Beide haben drei Zähler Rückstand auf den Karlsruher SC, der nach 0:3-Rückstand ein 3:3 gegen Bielefeld erkämpfte. Der KSC hat gegenüber Wehen aber eine um zehn und gegenüber Dresden sogar um 14 Treffer bessere Tordifferenz. Nürnberg könnte im Falle eines Karlsruher Sieges und eines Unentschiedens in Kiel noch auf den Relegationsplatz abrutschen, aber nicht mehr direkt absteigen.

Der Traditionsklub Dynamo Dresden will sich gleichwohl mit seinem Schicksal nicht abfinden, hält an seiner Klagedrohung gegen die Fortsetzung der Zweitliga-Saison nach der Corona-Zwangspause fest. „Wir müssen klarstellen, dass dieser Wettbewerb so nicht hätte gehen können“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born am Sonntag dem TV-Sender Sky. Im Abstiegskampf konnten die Sachsen erst mit Verspätung mit einem Mammutprogramm wieder in den Spielbetrieb starten, nachdem das Team wegen positiver Corona-Tests zwei Wochen in die häusliche Quarantäne gezwungen war. Nun kritisierten die Dresdner eine Wettbewerbsverzerrung.

Eine mögliche Klage wolle der Klub daher jetzt „genau prüfen. Wir werden das intensivieren und schauen, ob es Möglichkeiten gibt und Chancen“, sagte Born. Sein Team sei unnötig „in einen engen Terminplan gezwängt worden“, fügte der Geschäftsführer hinzu. In anderen Ländern sei es auch möglich, bis in den Juli die Saison weiterzuspielen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte bei den Bemühungen um den Wiederbeginn stets ein Saisonende am 30. Juni anvisiert. So musste Dynamo acht Spiele in 22 Tagen in der Restrunde bestreiten. In der vergangenen Woche hatte Dresden-Profi Chris Löw mit heftiger Kritik an der DFL für Aufsehen gesorgt. „Das ist denen alles scheißegal. Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß“, hatte der 31-Jährige dem TV-Sender Sky gesagt.