Füchse Berlin trotz Melsungen-Sieg selbstkritisch

Die Füchse Berlin überzeugen gegen Melsungen nur phasenweise. Deshalb gibt es auch Kritik - zumal nun der Rekordmeister kommt.

Berlins Hans Lindberg wirft den Ball auf das Tor.
Berlins Hans Lindberg wirft den Ball auf das Tor.Andreas Gora/dpa

Berlin-Ungeschlagen, aber nicht unkritisch: Die Füchse Berlin wissen, dass sie sich bis zum Spitzenspiel in der Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel noch steigern müssen. Beim Sieg am Sonntag auswärts gegen die MT Melsungen musste die Mannschaft aus der Hauptstadt lange zittern, erst in der Schlussphase überzeugten die Gäste. „So ein schlechtes Spiel muss man halt auch mal gewinnen. Über Kampfgeist und Entschlossenheit. Das ist uns am Ende sehr gut gelungen“, sagte Trainer Jaron Siewert nach dem 32:29.

Doch es gab auch Kritik an der eigenen Leistung. „Wir lassen in der ersten Halbzeit neun, zehn klare Dinger liegen und haben keinen wirklichen Zugriff in der Abwehr. Im Angriff hat ein bisschen der Fokus gefehlt und in der Abwehr der letzte Wille. Die ersten 48 Minuten waren weit weg von dem, wie wir uns das vorstellen“, betonte Siewert. Kapitän Paul Drux fand vor allem die Defensive lange Zeit zu „lückenhaft“.

Am Ende reichten zwölf starke Minuten den Füchsen zum fünften Saisonsieg. „Ich hatte das Gefühl, das war so der Zeitpunkt, da hatte Melsungen dann auch wenig entgegenzusetzen“, sagte Drux. Letztlich bewertete Siewert den wichtigen Auswärtssieg als verdient. „Wenn man sich die letzten zwölf Minuten anschaut, sind wir die Mannschaft, die deutlich mehr investiert hat“, sagte der Füchse-Coach.

Bis zur Partie am Sonntag daheim gegen Rekordmeister steht vor allem Feintuning auf dem Trainings-Programm. „Die Integration der Neuen im kleinsten Detail ist ja noch nicht abgeschlossen“, sagte Siewert. Und in kommenden Wochen wird das mit einem dichter werdenden Spielplan schwieriger werden. „Wir müssen die Zeit für uns nutzen, um Dinge einzustudieren und einen besseren Flow miteinander zu bekommen“, forderte Siewert.

Die Vorfreude auf Kiel ist dennoch groß. „Für diese Spiele spielt man Handball“, sagte Routinier Hans Lindberg. Nach dem Kiel-Spiel folgt eine Länderspielpause. „Dann kann man ein erstes Zwischenfazit ziehen. Und dann wissen wir eine Tendenz, ob wir oben dabei sind oder eben nicht“, sagte Siewert. Bisher sind die Füchse als Tabellendritter in der Spitzengruppe.