Füchse-Trainer Velimir Petkovic wirkte in den vergangenen Tagen immer wieder ratlos.
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Berlin - Eitel Sonnenschein herrschte am vergangenen Sonntag bei den Füchsen. Das 25:24 gegen Magdeburg war nicht nur wichtig, weil das sogenannte Derby gegen die Sachsen-Anhalter stets emotional aufgeladen ist. Ganz heimlich durfte man sogar von einer Teilnahme in der Champions League im kommenden Jahr träumen.

Doch nach den Bundesliga-Niederlagen am Donnerstag in Minden und am Sonnabend im EHF-Pokal bei Logroño La Rioja ist wieder Ernüchterung eingekehrt. „Natürlich ist die Stimmung jetzt eine ganz andere“, sagte Trainer Velimir Petkovic.

Füchse lassen viele Chancen ungenutzt

Besonders die 25:26-Pleite im spanischen Logroño schmerzt. „Unter dem Strich muss man sagen, dass wir nicht gut gespielt haben“, sagte Petkovic. Die Berliner ließen zu viele Chancen ungenutzt und leisteten sich zu viele Ballverluste. „Natürlich war auch dort mehr möglich, aber dafür hätte es mehr Konzentration und auch mehr Glück benötigt“, sagte Petkovic. Denn der Coach haderte auch mit einigen Latten- und Pfostentreffern seiner Mannschaft.

Der Tabellendritte der spanischen Liga wirkte frischer als die Berliner, die nur drei Tage zuvor in Minden gespielt hatten. Vor allem die Abwehrarbeit kritisierte Petkovic. „Da haben wir nicht gut gestanden, besonders in der ersten Halbzeit“, sagte er. Einzig einige starke Paraden von Schlussmann Martin Ziemer hielten die Berliner im Spiel.

Mit der ersten Niederlage im dritten Gruppenspiel sind die Füchse auf Platz zwei abgerutscht − hinter den Ungarn aus Tatabanya. Das ist ein Rückschlag im Kampf um die Qualifikation für das Final Four in eigener Halle. „Aber wir sind schon in einer starken Gruppe“, warnte Petkovic. Nur als Gruppensieger oder als nicht Schlechtester von vier Gruppenzweiten würden die Berliner direkt den Sprung ins Finalturnier schaffen.

Angespannte Personalsituation

Grund für die Rückschläge ist vor allem die chronisch angespannte Personalsituation. Die Füchse können ihre Ausfälle nicht so einfach wegstecken. Aber von den verletzten Simon Ernst, Mattias Zachrisson, Fabian Wiede und Paul Drux wird so schnell keiner zurückkommen. „Das ist schon frustrierend, weil gefühlt jede Woche etwas Neues dazukommt“, sagte Petkovic.

Zumindest wird beim nächsten Spiel der Füchse am Donnerstag daheim gegen das Bundesliga-Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen (19.00 Uhr/ Sky) wieder Neuzugang Dainis Kristopans mitwirken können. Der 2,15 Meter große Lette ist im EHF-Pokal nicht spielberechtigt. In Logroño wurde er arg vermisst. Denn Petkovic braucht mehr Alternativen für den arg gebeutelten Rückraum.