Berlin - Natürlich sind die Begleitumstände und die Diskussionen des bislang letzten Aufeinandertreffens noch nicht ganz vergessen. Wenn die Füchse Berlin nach der kurzen Länderspielpause am Donnerstag (19.05 Uhr/Sky) in der Max-Schmeling-Halle auf den TBV Lemgo Lippe treffen, ist das für Jaron Siewert ein Spiel mit einer Vorgeschichte. „Natürlich wollen wir in der Liga das Ergebnis zu unseren Gunsten wieder geraderücken“, sagte Trainer Jaron Siewert.

Dabei geht es weniger um das Ausscheiden im DHB-Pokal, sondern viel mehr das damals nicht existierende Entgegenkommen seitens der Liga und des TBV. Damals, Mitte Dezember, mussten die Füchse trotz zahlreicher Corona-Fälle in Lemgo antreten und verloren mit einer durch Nachwuchsspieler aufgefüllten Rumpfmannschaft unglücklich nach Verlängerung. Dass auf die Wettbewerbsnachteile keine Rücksicht genommen und ein Antrag auf Spielverlegung abgelehnt wurde, stoß den Füchsen damals bitter auf und dürfte intern noch nachwirken.

Vielleicht sorgt diese Vorgeschichte aber auch für etwas zusätzliche Motivation in Reihen der Berliner. Denn: Nach dem Sieg in Kiel vor knapp zwei Wochen sind sie als Tabellendritter in der Bundesliga wieder voll auf Kurs. „Mit diesem Bonus-Sieg haben wir eine tolle Ausgangsposition. Jetzt schauen wir, wie die mentale Stärke unserer Mannschaft ist“, sagt Vorstand Sport Stefan Kretzschmar. Zum Thema Champions-League-Platz halten sich die Füchse aber noch zurück. „Es wäre einfach arrogant, jetzt hier ein Champions-League-Ziel zu formulieren“, so Kretzschmar. „Das Wichtige ist der Fokus. Da sind wir jetzt gefordert, ihn optimal zu behalten“, sagt er.

Zumal die Berliner weiterhin Personalsorgen haben. Neben den Langzeitverletzten Marian Michalczik und Nils Lichtlein müssen die Füchse auch auf Kreisläufer Johan Koch verzichten, dessen Schulterverletzung sich als gravierender herausstellte und der wohl bis Saisonende ausfallen wird. „Da sieht es sehr kritisch aus“, sagte Siewert. Zudem hat sich Europameister Valter Chrintz bei der schwedischen Nationalmannschaft eine Bauchmuskelverletzung zugezogen. Damit nicht erneut personelle Probleme das sportliche Ergebnis gegen Lemgo negativ beeinflussen, wurde am Dienstag der 41-jährige Routinier Igor Vori nachverpflichtet. Sehr zu Freude von Stefan Kretzschmar: „Wir bekommen einen sehr erfahrenen und routinierten Kreisläufer, der Mijajlo Marsenic möglichst gut entlasten kann. Um nichts anderes wird es in den kommenden Wochen und anstrengenden Spielen gehen.“