Hängende Köpfe bei den Füchsen Berlin, die knappe Niederlage im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga tat weh. „Die Mannschaft war extrem niedergeschlagen und wir sind alle leer“, sagte Vorstand Sport Stefan Kretzschmar nach dem unglücklichen 27:28 bei Tabellenführer SC Magdeburg.

Denn die Berliner waren lange Zeit in der Erfolgsspur und durften davon träumen, den Ostrivalen Magdeburg nach vier Pflichtspielniederlagen in Serie wieder zu schlagen. Umso bitterer war deshalb die Niederlage. „Nach so einem Spiel, wo du lange Zeit eine Chance hattest und das Spiel bestimmt hast, tut das sehr weh“, sagte Kapitän Paul Drux. „Trotz aufopferungsvollen Kampf“ stehe das Team nun mit leeren Händen da, sagte Trainer Jaron Siewert.

Stefan Kretzschmar trotz Niederlage stolz auf Teamleistung

Aber auch wenn die erste Enttäuschung riesengroß war, war Kretzschmar trotzdem hochzufrieden mit dem Auftritt. „Ich kann niemanden kritisieren. Das war eine sehr couragierte und gute Leistung. Ich bin zwar mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber schon stolz auf meine Mannschaft“, sagte der 49-Jährige. Am Ende gaben Nuancen den Ausschlag. Für Drux sind das aber genau die „ein, zwei Prozent, die bei uns fehlen.“

Dabei hatten die Füchse die überragende Mannschaft der Saison lange Zeit dicht an einer Niederlage. „Ich habe keine Qualitätsunterschiede gesehen, ich habe zwei Teams absolut auf Augenhöhe gesehen“, sagte Kretzschmar. Knapp zehn Minuten vor Ende hatte sein Team noch mit vier Toren in Führung gelegen. „Da müssen wir cleverer spielen und den Vorsprung länger halten. Dann geht das vielleicht anders aus“, bemängelte Drux.

In der Schlussphase haben die Füchse einige falsche Entscheidungen getroffen. Im Angriff mit zwei Fehlwürfen und zwei Stürmerfouls, über die sich in Kretzschmars Augen streiten ließ. Siewert bemängelte in dieser Phase aber auch die Defensivarbeit. „In den letzten zehn Minuten schaffen wir es nicht, die Lücken zu schließen und lassen zu viele leichte Durchbrüche im Zentrum zu. Das müssen wir uns vorwerfen“, sagte er.

Brutales Restprogramm für die Füchse

Für die Füchse war die Niederlage im Kampf um einen Champions-League-Platz ein neuerlicher Rückschlag. Auch wenn Kretzschmar meint, dass man nicht erwarten könne, in Magdeburg zu gewinnen. Für Routinier Hans Lindberg, mit 13 Toren überragender Spieler, wäre aber zumindest ein Punkt schön gewesen. „Aber da sind wir selber Schuld dran“, sagte er. Die Füchse sind noch Tabellenvierter mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten THW Kiel – nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Königsklasse.

„Wir wussten auch vorher, dass das Restprogramm schwierig und brutal ist“, sagte Kretzschmar. Am nächsten Samstag geht es bei der HSG Wetzlar weiter. „Und das wird genauso schwer wie in Magdeburg“, sagte der Vorstand Sport. Deshalb muss die Enttäuschung schnell verarbeitet werden. „Es gilt nun, sich durchzubeißen und immer wieder die Herausforderung des nächsten Gegners anzunehmen“, forderte Kretzschmar