„Die ersten Minuten werden schon etwas komisch werden“, sagt Füchse-Handballer Paul Drux.
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BerlinEs fühlt sich gut an, denn es geht wieder los. Die Füchse Berlin starten in die Saison, sie bestreiten ihr erstes Pflichtspiel 2020/2021 und haben damit das lange Warten hinter sich. Der Handball-Bundesligist tritt in Ungarn an diesem Dienstag (18.45 Uhr) bei Hedo-B. Braun Gyöngyös an. Es ist das Hinspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der European League. Es ist ein Anfang unter erschwerten Bedingungen.

Die Füchse sind über Budapest gereist, haben also in einem Corona-Risikogebiet Station gemacht. Dann ging es weiter ins 80 Kilometer von der ungarischen Hauptstadt entfernte Gyöngyös. Mehr als 1000 Infektionen an einem Tag meldet das Land mit seinen 9,8 Millionen Einwohnern.

Wegen dieses rasanten Anstiegs lässt Ungarn eigentlich keine Ausländer einreisen. Für die Füchse gilt allerdings eine Ausnahmeregelung für die Dauer von 72 Stunden. Voraussetzung war ein negativer Corona-Test. Manager Bob Hanning kündigte schon einmal an, dass auch „nach der Rückkehr alle sofort einen Test machen“. Die Gesundheit der Spieler geht vor. 

Abseits der Pandemie plagen die Füchse erhebliche Personalsorgen. „Aber das kennen wir ja aus den letzten Jahren nicht anders“, sagte Kapitän Paul Drux. Neben den schon länger verletzten Mattias Zachrisson, Fabian Wiede und Milos Vujovic fällt auch Spielmacher Jacob Holm aus. Zudem kam auch noch Kreisläufer Johan Koch zu den Ausfällen hinzu. Für Trainer Jaron Siewert soll das aber keine Ausrede sein. „Ich will mich nicht mit den Spielern beschäftigen, die nicht da sind, sondern mit denen, die da sind“, sagte der Coach, dem kaum etwas anderes übrig bleibt.

Für die Füchse wird es das erste Pflichtspiel seit mehr als einem halben Jahr sein. „Die ersten Minuten werden schon etwas komisch werden“, meinte deshalb Drux. „Aber wir wollen positiv in die Saison starten.“ Im Gegensatz zu den Berlinern haben die Ungarn bereits wieder Ligaspiele absolviert. Gyöngyös ist hinter den Champions-League-Teilnehmern Veszprem und Szeged Dritter in der ungarischen Liga. „Aber solange wir sie nicht geschlagen haben, sind sie für uns Ungarns Nummer eins“, kündigte Siewert an.

Die Füchse haben Respekt. „Sie sind körperlich sehr stark, das wird nicht einfach. Dazu kommen noch die Fans. Die Ungarn sind ja dafür bekannt, sehr heißblütig zu sein“, warnte Drux. Der Nationalspieler mahnt deshalb auch zur Geduld: „Wir müssen die Ruhe bewahren, auch wenn es nicht sofort so läuft.“

Ankommen wird es besonders auf die Defensivarbeit. „Das wird für uns zentral sein. So wollen wir nicht nur den Gegner stoppen, sondern unseren Spielstil durchsetzen“, kündigte Siewert an. Die Entscheidung über den Einzug in die Gruppenphase fällt im Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr) kommender Woche in Berlin.