Bald wieder hautnah zu bewundern? Berlins Jacob Tandrup Holm (l.) im Duell mit Holger Glandorf von Flensburg-Handewitt.
dpa/Andreas Gora

BerlinGute Nachrichten für Bob Hanning und seinen Handball-Bundesligisten Füchse Berlin. Der Manager kann für die kommende Saison im Europacup planen. Die Füchse  erhalten vom europäischen Verband EHF einen Startplatz für die neugeschaffene European Handball League. In der Abschlusstabelle der vorzeitig beendeten Bundesliga hatten die Füchse Rang sechs belegt.

Die European Handball League ist der Nachfolgewettbewerb des EHF-Cups, dessen letztes Final Four die Berliner im Mai veranstalten sollten. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Wettbewerb jedoch abgebrochen.

"Für uns kam die Nachricht wirklich überraschend. Ich bin der EHF sehr dankbar für diese Entscheidung", sagte Geschäftsführer Hanning: "Sie ist sportlich sehr fair und bietet die Chance, uns erneut für das EHF Final Four zu bewerben." Möglicherweise findet dies dann wieder vor Zuschauern statt.

Denn zumindest die Handball-Bundesliga (HBL) setzt auf weitere Corona-Lockerungen und könnte damit zu einem Vorreiter auch für die internationalen Begegnungen werden. Die HBL plant den Start der neuen Saison auch mit Zuschauern. Bis Mitte Juni will die Liga ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet haben.

"Natürlich schauen wir uns auch viel von den Konzepten der Fußballer und Basketballer ab. Aber die Königsdisziplin ist es, ein Konzept mit Zuschauern auszuarbeiten", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur. Da die HBL-Clubs anders als etwa die Fußball-Bundesligisten viel stärker auf Zuschauer- und Sponsoring-Einnahmen angewiesen sind, hofft die HBL für den angepeilten Saisonstart auf Spiele in zum Teil gefüllten Hallen.

"Ich gehe, Stand heute, davon aus, dass wir an den meisten Standorten begrenzt mit Zuschauern spielen können, egal ob wir im September oder Oktober starten können", sagte Bohmann. Ob die für den kommenden Januar in Ägypten geplante Weltmeisterschaft bei einem HBL-Saisonstart erst im Oktober stattfinden kann, sieht der 55-Jährige angesichts der Termindichte skeptisch. "Wir haben dem Weltverband IHF schon gesagt, dass es uns frühzeitig mitgeteilt werden muss, sollte es zu einer Verlegung der WM kommen, sagte Bohmann. «Es wäre blauäugig zu sagen, dass die WM im Januar auf jeden Fall stattfindet."