Fabian Wiede erkämpfte sich den ersten Treffer nach der Pause.
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BerlinDer Abend begann mit einer traurigen Nachricht. Ein in der Halle anwesender Füchse-Fan verstarb, jede medizinische Hilfe kam zu spät. Auf Wunsch seiner Witwe wurde das Spiel jedoch nicht abgesagt, sondern wie sie befand, im Sinne ihres verstorbenen Mannes durchgeführt.

'Business as usual' war es jedoch für keine der Mannschaften als die Partie eine halbe Stunde später angepfiffen wurde – und auch die Hallenstimmung war verständlicherweise bedrückt.

„Das war heute eine besondere Position für uns alle. Mein Beileid für die Witwe und die Familie, da werden wir alles versuchen, um zu helfen – insofern wir das können“, sagte Füchse Geschäftsführer Bob Hanning.

Füchse gewinnen 28:22

Die Füchse konnten den Schock nach einer kurzen Anlaufphase allerdings gut verdauen und die Partie des 15. Spieltages gegen die MT Melsungen letztlich mit 28:22 (15:15) für sich entscheiden.

Zu Beginn tat sich das Team von Velimir Petkovic allerdings schwer, besonders mit den gegnerischen Fernwürfen. Erst peu á peu konnte den deutschen Nationalspielern Julius Kühn und Kai Häfner etwas entgegen gesetzt werden, auch weil der in der 15. Minute eingewechselte Silvio Heinevetter zwischen den Pfosten den einen oder anderen Ball zufassen bekam. Nach einem Vier-Tore Rückstand (16.) gelang es den Spielstand wieder auf Gleichstand zu stellen und nach der Halbzeit in Führung zu gehen.

Fabian Wiede erkämpfte sich den ersten Treffer nach der Pause, Hans Lindberg verwandelte zwei Siebenmeter und erhöhte zusammen mit Johan Koch auf vier Tore (39., 19:15). Die Füchse legten weiter zu und entschieden die Partie am Ende deutlich für sich. „Das war phänomenal, was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben. Das ist mein ganzer Stolz und das werden wir heute auch feiern“, befand Trainer Petkovic.

Damit gelang es den Berlinern in der Liga den nächsten Konkurrenten einzuholen und sich nicht nur vor Melsungen zu schieben, sondern ebenso sich auf Platz vier in der Tabelle vorzuschieben. Eine andere große Hürde hatten die Füchse bereits am letzten Sonntag genommen.

Chance auf direkte Quali für die Final Four

Nach zwei Siegen gegen Malmö und damit der Qualifikation für die nächste Runde im Europapokal, wurden am Donnerstag die jeweiligen Gruppen für die kommenden Begegnungen ausgelost. Ab Februar treffen die Füchse auf PAUC Aix en Provence (FRA), Tatabanya KC (HUN) und MB Ciudad Logrono (ESP).

Mit einem Gruppensieg oder einer Platzierung unter den drei besten Zweiten würden sich die Füchse direkt für das Final Four am 23./24. Mai qualifizieren, da der Gastgeber das Viertelfinale überspringen darf.

Der Traum, den EHF-Cup nach 2015 und 2018 ein drittes Mal in der Hauptstadt zu feiern, muss allerdings noch etwas warten. Zuvor geht der Blick nach Kassel, wo die Füchse bereits am Dienstag wieder auf die MT Melsungen treffen. Dann geht es nicht um Bundesliga-Punkte sondern um das Weiterkommen im nationalen Pokal – und den nächsten Traum im Füchse-Kosmos. Am Donnerstagabend stand allerdings all dies etwas hinten an, denn an manchen Tagen gibt es wichtigeres als Sport.