Weg mit dem Ball: Füchse-Kreisläufer Johan Koch ist enttäuscht.
DPA/Andreas Gora

BerlinDie Max-Schmeling-Halle füllte ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert. Nicht einmal die sonst schwer zu überhörenden Fangesänge der mitgereisten Flensburger Fans waren zu vernehmen. Nein, es lag nicht an der Leistung, die die Füchse zuvor gezeigt hatten, es waren die Unparteiischen denen die Zuschauer ihre Kritik aussprachen. „Dazu darf ich nicht viel sagen. Aber es war heute schwer, eine einheitliche Linie zu erkennen“, versuchte sich Hans Lindberg nach Abpfiff diplomatisch. Doch auch ihm war bewusst, die 33:35(15:15)-Niederlage gegen den amtierenden deutschen Meister konnten er und seine Mannschaft nicht auf die Schiedsrichter schieben. 

„Wir haben im Angriff gute Lösungen gefunden, kassieren aber selbst zu viele Tore“, musste der Kapitän eingestehen. Bei insgesamt 68 erzielten Toren in einer Partie spricht die Statistik für keine der beiden Abwehrreihen. Auf Seiten der Füchse konnte man allerdings mit der Steigerung in der Offensive zufrieden sein. Eine breite Spielanlage erlaubte den erfolgreichen Abschluss über die Außen und öffnete darüber hinaus Lücken für die Rückraumakteure.

Zeitstrafen bringen Füchse aus dem Konzept

Auf dem Weg zum Erfolg war aber vor allem eines wichtig: die Wurfeffizienz. Mit 80 Prozent verwandelten Abschlüssen war hier eine erhebliche Verbesserung zu verzeichnen. Mit Schnelligkeit und Leidenschaft gestalteten die Hausherren die Begegnung auf Augenhöhe und verschafften sich sogar einen leichten Vorteil als Mijajlo Marsenic nach zehn Minuten im Gegenstoß zum 6:5 traf und Lindberg kurz darauf via Strafwurf erhöhte.

Jedoch war es eine Vielzahl von Zeitstrafen, die das Spiel der Füchse aus dem Konzept brachte. Flensburg nutzte die Chance kurzerhand und stellte auf Gleichstand (21., 11:11). Doch auch im Anschluss blieb es ein ausgeglichenes Kräftemessen, das durch die starken Angriffsreihen dominiert wurde, wohingegen die Torhüter nur wenige Akzente setzten. Wenngleich die Füchse nach der Pause den alten Vorsprung wieder hergestellt hatten, den Gästen gelang es stetig, die Partie offen zu halten.

Frank Steffel ereifert sich

Was für die 9 000 Zuschauer im Fuchsbau als unterhaltsames Handball-Spiel zu betrachten war, entwickelte sich für die Schiedsrichter allerdings zu einer echten Herausforderung. Das Gespann Brodbeck/ Reich wirkte zuweilen überfordert und befeuerte Diskussionen über jeden Pfiff.

Auf der Tribüne mischte sich Füchse-Präsident Frank Steffel ein, im Spielgeschehen versuchte Lindberg seinen Einfluss geltend zu machen. Die Entscheidung fiel letztlich aber dessen ungeachtet. Der Flensburger Jim Gottfridsson traf für die Gäste zum 35:33 und machte dadurch jedweden Dialog überflüssig.