Berlin - Es sind bittere Erinnerungen, die die Füchse Berlin an diesem späten Sonntagmittag des 21. Februars mit sich rumtragen. Im Vorfeld noch wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um der Partie den erwartbaren Rahmen zu verleihen. Mehr als 100 LED-Leinwände bildeten einen digitalen Fanblock, in dem sich die Zuschauer nichts sehnlicher wünschten als einen Sieg ihrer Füchse, zumindest aber eine Partie auf Augenhöhe. Spitzenspiel stand über dem Duell mit den Rhein-Neckar Löwen, doch lediglich die Gäste wurden dem hohen Anspruch gerecht.

Rhein-Neckar Löwen sind auch Gegner im Final Four

Am Donnerstagabend (19 Uhr) stehen sich beide Mannschaften erneut gegenüber. Etwas mehr als zwei Monate später hat sich der Eindruck des ersten Duells auch in der Bundesligatabelle verfestigt: Acht von elf Spielen haben die Löwen nach dem Sieg in Berlin gewonnen und sich damit auf Rang drei behauptet. Für die Füchse ging es danach mit fünf Niederlagen aus acht Partien auf den siebten Platz zurück. Europa ist längst außer Reichweite. Wenn da nicht die European League wäre. Dort haben die Berliner das Final Four erreicht, können am 22. und 23. Mai zumindest einen Titel gewinnen. Aber: Gastgeber und Halbfinalgegner der Füchse sind ausgerechnet die Rhein-Neckar Löwen.

Somit bekommt das Spiel am Donnerstag ein ganz besonderes Geschmäckle, stellt so etwas wie die vorgezogene Generalprobe für das Final Four dar. Die Marschroute hat Jaron Siewert seinen Spielern bereits vor der Abfahrt am Mittwoch mit dem Zug mitgeteilt: „Aufbauend auf dem Spiel gegen Montpellier müssen wir den Grundstein in der Abwehr legen. Wir wollen kompakt stehen, aber dennoch den nötigen Schritt nach vorne machen“, sagt der Trainer, „wir wollen die Kreise von Andy Schmid und Jannik Kohlbacher eingrenzen, auch die Rückraumschützen dürfen nicht zu leichten Toren kommen.“ Stattdessen solle die eigene Mannschaft auf dieser Basis und in Verbindung mit einer guten Torhüterleistung ins Tempospiel und damit zu einfachen Toren kommen.

Jaron Siewert hofft auf Effekt aus Montpellier-Sieg

Im Grunde genommen unterscheidet sich die Herangehensweise nicht von dem, was Siewert von seiner Mannschaft eigentlich auch gegen andere Gegner sehen möchte. Nur leider ist sein Team in dieser Saison gerade in der Bundesliga zu häufig von der Marschroute abgekommen. Sicherlich hatten die Füchse auch immer wieder mit Verletzungen oder Corona-Erkrankungen zu tun, als Entschuldigung für manche Auftritte in diesem Kalenderjahr aber dürfen sie nicht gelten. Wenn die Spieler sich gerade im Angriff zu viele technische Fehler leisten oder sie aus den vorgegebenen Systemen ausbrechen, ist der Trainer machtlos. So wird er hoffen, dass der gelungene Auftritt gegen Montpellier vor gut zwei Wochen tatsächlich die Initialzündung war, die es brauchte, um die Saison zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.