Berlin - Die Anreise verlief schon mal problemlos. Mit dem Flugzeug hatten sich die Füchse Berlin am Montagvormittag auf den Weg nach Montpellier gemacht, wurden dort planmäßig gegen Mittag vom Mannschaftsbus der Franzosen abgeholt. Anders als etwa bei der Odyssee ins schwedische Kristianstadt in der Vorrunde der European League, wo der Berliner Mannschaftsbus in Rostock gestrandet war, weil eine Fähre ausfiel und das Team einen riesigen Umweg auf sich nehmen musste, lief vor dem so wichtigen Viertelfinal-Hinspiel am Dienstagabend (20.45 Uhr, DAZN) alles glatt.

Kooperation zwischen Füchsen und Montpellier

Eine Grundvoraussetzung, will man sich beim Champions-League-Sieger von 2018 in eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in der kommenden Woche bringen. Die Anreise, die Vorbereitung, das Abschlusstraining – es muss bei einem Duell mit einem Gegner solchen Kalibers schon alles passen, damit man nicht bereits vor dem Auftritt wichtige Prozentpunkte einbüßt. Denn: „Mit Montpellier erwartet uns neben den deutschen Teams die wohl stärkste Mannschaft im Wettbewerb“, sagt Füchse-Trainer Jaron Siewert. Während sein Team in der Bundesliga um den Anschluss an die internationalen Plätze kämpft, befindet sich Montpellier in der französischen Liga nur knapp hinter Paris auf Platz zwei der Tabelle, liegt aber bereits deutlich vor dem Drittplatzierten. Auch wenn sie in den heimischen Ligen ganz unterschiedlich dastehen, verfolgen beide Vereine einen ähnlichen Weg. Genau wie in Berlin wird in Montpellier viel Wert auf die Ausbildung im Nachwuchs gelegt. Um die Vereinsphilosophien zu stärken, wurde Ende 2019 eine Kooperation ins Leben gerufen.

Am Dienstag aber wird die Freundschaft beider Vereine für die ersten 60 Minuten auf dem Feld ruhen. Schließlich wollen sie nach einer teilweise turbulenten Vorrunde mit coronabedingten Spielverlegungen und -absagen nun auch den letzten Schritt zum Final Four gehen. Dass man in Montpellier etwas mitnehmen kann, haben der SC Magdeburg beim Sieg im Gruppenspiel und im Achtelfinale die Kadetten Schaffhausen gezeigt. „Von daher bieten sie einem die Möglichkeit, Lösungen zu finden und sie vor Schwierigkeiten zu stellen“, so Siewert.

Jaron Siewert hofft auf nächsten Schritt

Allerdings hatte der Füchse-Trainer in den vergangenen Wochen damit zu kämpfen, in der eigenen Mannschaft Lösungen für die gezeigten Schwierigkeiten zu finden. Immer wieder brachten sich die Füchse mit Unkonzentriertheiten im Angriff um den möglichen Lohn. Abspielfehler und Fehlwürfe zeigten den Gegnern die eigenen Schwächen auf und bestraften sie. Gerade gegen einen Gegner wie Montpellier sei es wichtig, „vorne im Angriff wieder den nächsten Schritt zu mehr Sicherheit zu machen, klare Abschlüsse zu kreieren und dem Gegner nicht zu leicht die Bälle zu geben“, sagt Jaron Siewert. Denn: „Es ist eine ihre größten Stärken, diese Fehler zu bestrafen.“