Bob Hanning hatte sich schick gemacht. Allerdings saß der Manager der Füchse Berlin nicht etwa in Hemd oder Anzug auf der Pressekonferenz seines Klubs, sondern im schwarzen Pullover mit golden-weißem Fuchs-Aufdruck, auf dem Kopf des namensgebenden Tieres der Berliner Handballer glitzerte eine Krone.

Anlass für Hannings Auftritt: eine Reihe wegweisender Entscheidungen mit Blick auf die Vereinszukunft. Drei Spielerverpflichtungen und zwei Abgänge machten die Füchse gestern publik. Das waren fünf Punkte, die einen Umbruch im kommenden Sommer ankündigen.

Entscheidung Nummer eins ließ nicht lange auf sich warten. Ohne groß darum herumzureden, erklärte Hanning, „dass uns Petar Nenadic zum 01. Januar 2018 endgültig verlassen wird“. Allzu überraschend kommt das nicht. Seit Monaten sind die exzessiven Bemühungen des Champions-League-Klubs Veszprem ebenso bekannt wie der Wechselwunsch des serbischen Rückraumspielers.

Erst vor Kurzem präsentierte Hanning mit dem Kroaten Stipe Mandalinic einen weiteren Rückraumspieler und ließ so vermuten, dass Nenadic die Füchse eher früher denn später in Richtung Ungarn verlassen würde.

Etwas überraschender war die zweite Entscheidung: So wird auch Routinier Drago Vukovic ab der kommenden Saison nicht mehr für die Füchse auf der Platte stehen. In gewohnter Manier begründete Hanning: „Wir müssen die Zukunft gestalten und gucken, wie wir unseren Verein dafür aufstellen.“ So sei Vukovic charakterlich zwar „eine echte Eins“, auch könne er eine Mannschaft zweifelsfrei helfen, ein Mann für die Zukunft sei er mit seinen 34 Jahren allerdings nicht mehr.

Neues Torhüterduell

Die sollen andere Akteure gestalten, junge Spieler mit Entwicklungspotenzial und mehr Perspektive. Spieler wie Malte Semisch, Mijajlo Marsenic und Frederik Simak, deren Verpflichtung zur kommenden Saison Hanning gestern bekannt gab.

Während der 25 Jahre alte Torwart Semisch aus Hannover und der 24-jährige Kreisläufer Marsenic vom letztjährigen Champions-League-Sieger Vardar Skopje nach Berlin kommen, wird der erst 19 Jahre junge Simak endgültig von der Reserve zu den Profis befördert.

Besonders Marsenic und Semisch sind zwei Hochkaräter, die den sowieso schon eindrucksvoll besetzten Kader gemeinsam mit Simon Ernst und dem bereits erwähntem Mandalinic zusätzlich verstärken. „Mit Marsenic haben wir den Kreisläufer verpflichtet, den ich unbedingt haben wollte“, zeigt sich auch Hanning begeistert und hofft, in dem Serben seine neue „Nummer eins“ am Kreis gefunden zu haben. 

Malte Semisch hingegen dürfte als Herausforderer kommen. Er beerbt im Sommer die Füchse-Ikone Petr Stochl, der seine Karriere nach zwölf Jahren bei den Berlinern beendet. „Da haben wir uns natürlich gefragt, wen wir da jetzt holen“, erklärt Hanning.

Ein Jahr lang sondierte man den Markt, ehe man sich entschied, durch die Verpflichtung von Semisch bewusst „einen anderen Typen als Silvio Heinevetter zu verpflichten und eine Konkurrenzsituation herzustellen“.

Ehe es allerdings zu dieser neuen Konkurrenzsituation kommt, gilt es zunächst einmal die laufende Saison so erfolgreich weiterzuspielen, wie man sie begonnen hat. Als Tabellenzweiter sind die Aussichten glänzend, die Chance auf einen Champions-League-Platz so realistisch wie lange nicht mehr.

„Das müssen wir nutzen und vor Kiel bleiben“, forderte Hanning. Gelingt dies, würde man der starken Entwicklung der vergangenen Jahre die Krone aufsetzen. Ganz ähnlich derer, die der Fuchs auf Bob Hannings Pullover bereits trägt.