Betreute die Füchse am Donnerstag zum letzten Mal: Velimir Petkovic.
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Berlin - Ratlos, frustriert, leer. Die Beschreibungen der Füchse-Riege in den letzten Tagen beschränkten sich auf Negativformulierungen. Nach der 30:32-Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Nordhorn forderte Kapitän Hans Lindberg Veränderung und auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar sprach von Überlegungen, wie man die Krise beheben könne.

Am Freitag war die Entscheidung getroffen. Trainer Velimir Petkovic wurde vorzeitig von seinem Amt freigestellt, der ehemalige Melsunger Michael Roth tritt bis Saisonende seine Nachfolge an. Petkovic, dessen Vertrag ohnehin   ausgelaufen wäre, ist damit der nächste Trainer in der Bundesliga, der binnen weniger Tage sein Amt verliert. Zuvor hatten bereits die Rhein-Neckar Löwen und Melsungen Veränderungen auf dieser Position vorgenommen.

Füchse blamieren sich gegen Nordhorn-Lingen

Wie bei der Konkurrenz hatte sich auch in Berlin diese Entwicklung angedeutet. Immer wieder waren in der letzten Zeit Gerüchte aufgekommen, dass zwischen Petkovic und der Mannschaft nicht alles reibungslos abläuft. Einen Einblick in die interne Gefühlswelt boten die Worte des 63-Jährigen nach dem jüngsten Misserfolg: „Ich habe immer gesagt, dass ich eine Mannschaft trainieren will, die ich nicht motivieren muss, der es klar ist, dass sie immer an ihre Grenze gehen muss. Aber es geht auf meine Kappe, dass ich die Mannschaft gegen Nordhorn nicht wecken konnte, damit sie 60 Minuten lang kämpft.“ Dem Schuldgeständnis folgte das Unverständnis: „Manche haben sich verhalten, als ob sie in der Schule seien und gemacht, was sie wollten. Ich weiß nicht, wo sie das gelernt haben.

Mit dieser Frage wird sich nun sein Nachfolger Michael Roth beschäftigen dürfen. Der gebürtige Heidelberger coachte 2010 bis 2018 die MT Melsungen, bevor er nach seiner dortigen Freistellung an die Seitenlinie der Sydney University in Australien wechselte. Zurück in Deutschland blickt der 58-Jährige erwartungsfroh auf die neuen Herausforderung: „Auch wenn das jetzt alles sehr aufregend ist, freue mich auf die anstehende Zeit in Berlin. Ich bin mir aber auch der großen Aufgabe bewusst und werde daher mit aller Kraft und jeglichem Engagement arbeiten, damit wir am Ende gemeinsam erfolgreich sind.“

Wenn die Berliner ihren Titeltraum in dieser Saison verwirklichen wollen, bietet nach dem Ausscheiden im DHB-Pokal und der aktuellen Tabellensituation der EHF-Cup dafür die realistischste Möglichkeit. Mit aktuell einer Niederlage und einem Unentschieden benötigt es für ein Weiterkommen in das Final Four, das in heimischer Halle ausgetragen, wird Siege. Eine schwierige Aufgabe für Roth, der sich bereits am Sonntag gegen BM Logrono La Rioja (16 Uhr) erstmals beweisen muss.