Auf die Füchse Berlin warten nach der Länderspielpause in der Handball-Bundesliga zwei wegweisende Spiele. Am Mittwoch treten die Berliner beim Vizemeister SG Flensburg-Handewitt (19.05 Uhr, Sky) im Norden an, am Samstag folgt das Duell gegen Spitzenreiter SC Magdeburg (18.05 Uhr, live in der Sportschau) in der heimischen Max-Schmeling-Halle. „Das ist eine spannende Herausforderung“, sagte Vorstand Sport Stefan Kretzschmar.

Der Club aus der Hauptstadt ist in dieser Saison noch ungeschlagen und liegt auf Platz zwei. Für Kretzschmar hat das aber nur geringe Aussagekraft. „Man muss die Tabelle auch richtig lesen und realistisch einschätzen. Gegen sechs der Top Acht haben wir noch nicht gespielt. Das kommt jetzt in der Woche natürlich geballt“, sagte er. Das heißt, in dieser Woche zeigt sich womöglich, wohin die Reise in dieser Saison geht. 

Harter Spielplan für die Füchse 

Und doch findet das Spiel in Flensburg unter umgekehrten Vorzeichen statt. „Ich will nicht sagen, dass ein Sieg Pflicht ist, aber man erwartet das schon fast von uns. Da sieht man, wie sich die Ansprüche innerhalb kürzester Zeit verschieben“, sagte Kretzschmar. Während der verletzungsgeplagte Vizemeister zuletzt strauchelte und aktuell nur auf Platz sechs steht, sind die Füchse saisonübergreifend seit 24 Spielen ungeschlagen. In der Bundesliga stehen acht Siege und ein Unentschieden auf der Haben-Seite. Der Trend spricht also für die Berliner. Und die aktuell sieben Punkte Vorsprung vor den Norddeutschen sind auch ein eher beruhigender Abstand. Allerdings haben die Flensburger im Moment auch noch ein Spiel weniger auf dem Konto. 

Für die Füchse ist das dennoch kein Grund, den Gegner zu unterschätzen. „Sie spielen nach wie vor um die Meisterschaft mit. Da muss man nicht von einem Machtwechsel reden. Dazu ist es noch viel zu früh“, sagte Kretzschmar. Deshalb erwarten die Berliner einen harten Kampf und einen sehr motivierten Gegner.

Zumal beim letzten Aufeinandertreffen Ende der vergangenen Saison die Füchse mit dem 33:29-Auswärtssieg den Norddeutschen noch die Meisterschaft stahlen. „Das wird ein richtig harter Brocken. Das ist Champions-League-Qualität. Und es wird sicherlich eine der schwersten Atmosphären werden, die wir diese Saison hatten“, sagte Trainer Jaron Siewert.

Die Berliner wollen aber auch diese Hürde meistern. „Wir fahren schon mit dem Anspruch da hin, etwas mitzunehmen. Das haben wir uns in den letzten Wochen erspielt und erarbeitet. Wir sind aber weit davon entfernt, einen Riesendruck zu machen“, so Kretzschmar. Denn den Fokus sieht der Sportchef ohnehin bei anderen Teams. „Man redet viel über Magdeburg, man redet viel über die vermeintliche Krise von Flensburg. Wir laufen so ein bisschen unter dem Radar. Und das finden wir ganz gut“, sagte er. 

Füchse liegen nur knapp hinter Magdeburg auf Platz zwei

Zumindest haben die in den vergangenen Jahren dominanten Mannschaften aus Kiel und Flensburg ihre Schwierigkeiten. Und Magdeburg hat nur einen Punkt mehr als die Füchse. 

Ob die verletzten Nationalspieler Paul Drux (Meniskusoperation) und Fabian Wiede zurückkehren, ist noch offen. Siewert hofft zumindest auf einen der beiden Akteure. Sollten aber beide ausfallen, wäre das ein großer Verlust. „Wenn beide fehlen, ist es für uns ein ganz anderes Spiel. Da sind schon einige Sachen, die wir dann ändern müssen“, kündigte Siewert an.

In Flensburg ist die Lage deutlich angespannter, nur vier der bislang gespielten acht Partien hat die Mannschaft gewinnen können. Den Kader plagt eine lange Verletztenliste. „Wir zahlen einen sehr hohen Preis für die letzte Saison und Olympia, so dass die hohe Belastung irgendwann nicht mehr auf die wenigen Schultern verteilt werden kann“, zitiert Sky Sport den Trainer Maik Machulla.