Berlin - Ilkay Gündogan sitzt auf gepackten Koffern. Insgeheim erhofft sich der formstarke Fußball-Nationalspieler von Manchester City noch eine Nominierung für den Start in die WM-Qualifikation. Doch wenn sich an der Einstufung des Vereinigten Königreichs als Virusvarianten-Gebiet nichts ändert, dann wird Bundestrainer Joachim Löw beim Start in seine Abschiedstournee wohl auf Gündogan und die weiteren England-Legionäre verzichten müssen.

Hoffnung vor der Kader-Bekanntgabe am Freitag machte allerdings Oliver Bierhoff. „Wir sind zuversichtlich, auch weil die englische Mutation immer weiter verbreitet ist“, sagte der DFB-Direktor am Donnerstag. Aktuell liefen „gute Gespräche“ mit den Gesundheitsämtern in Düsseldorf (Hotel) und Duisburg (Spielort).

Ein Ausfall von Gündogan, Timo Werner, Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Bernd Leno wäre für Löw zwar „bedauerlich“, aber man werde sich „nicht beschweren, sondern mit den Spielern, die bereitstehen, alles geben“. Gündogan selber wäre über die unfreiwillige Pause natürlich „enttäuscht“. Er hat aber ebenfalls noch Hoffnung: „Ich muss geduldig bleiben und abwarten.“ Gündogan und Co. nur für das Spiel in Bukarest einfliegen zu lassen, ist für Löw keine Option.

Der 61-Jährige ist also als Improvisationskünstler gefragt, dabei hatte er vor den Qualispielen gegen Island (25.3.), in Rumänien (28.3.) und gegen Nordmazedonien (31.3.) zwei Fragen klar beantwortet. Shootingstar Jamal Musiala, 18, vom deutschen Rekordmeister Bayern München und Toptalent Florian Wirtz, 17, von Bayer Leverkusen werden erstmals berufen. Mit Blick auf die EM (11. Juni bis 11. Juli) sei es „gut, dass ich sie mal ein paar Tage bei uns sehe, wie sie sich in unserem Kreis zeigen, das ist vielleicht ein guter Fingerzeig in Richtung Turnier“, sagte Löw.

Die von Löw vor zwei Jahren ausgemusterten Rio-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng befinden sich hingegen weiter in der Warteschleife. Eine endgültige Entscheidung über eine Rückholaktion habe Zeit bis zur Nominierung des Turnier-Kaders im Mai. 

Nach dem 0:6-Debakel in Spanien will die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Blick auf die EM aber erst einmal Aufbruchsstimmung erzeugen. „Wenn wir im Turnier etwas bewegen wollen, müssen wir in diesen drei Spielen die Basis legen“, sagte Löw und forderte: „Wir müssen schauen, dass wir die Kurve bekommen.“