Bremen - Borussia Dortmund hat im Titelkampf mit Spitzenreiter Bayern München zwei wichtige Punkte verschenkt und den Rückstand auf vier Zähler anwachsen lassen. Der Tabellenzweite kam trotz einer 2:0-Führung bis weit in die zweite Halbzeit bei Werder Bremen nicht über ein 2:2 (2:0) hinaus.

Ausgerechnet der bereits 40 Jahre alte Claudio Pizarro erzielte in der 75. Minute den Treffer zum Endstand. Durch ein frühes Tor durch Christian Pulisic (6.) gingen die Schwarz-Gelben gleich mit ihrer ersten Chance in Führung. In der 41. Minute erhöhte Paco Alcacer per Freistoß auf 2:0 für den BVB.

Patzer des BVB-Torwarts

Dem eingewechselten Kevin Möhwald gelang der Anschlusstreffer (70.), BVB-Keeper Roman Bürki sah dabei schlecht aus. Eine Vorentscheidung im Titelkampf scheint nach dem neuerlichen BVB-Patzer gefallen zu sein. „Wir hatten Chancen auf das 3:0. Das so herzugeben, das ist ärgerlich. Wir haben zwei Fehler gemacht, die zu den Gegentoren geführt haben“, sagte Dortmunds Julian Weigl am Sky-Mikrofon.

„Es ist erst vorbei, wenn's vorbei ist“ – mit diesem Spruchband empfingen die knapp 5000 mitgereisten Dortmunder Fans ihre Lieblinge. Und die Gäste waren von der ersten Minute an gewillt, die Derby-Pleite gegen Schalke 04 vergessen zu machen.

Schon acht Minuten nach dem Führungstor, bei dem Pulisic mit schnellem Antritt die gesamte Werder-Deckung aushebelte, hätte Götze erhöhen können, scheiterte jedoch am Bremer Torhüter Jiri Pavlenka. Der tschechische Keeper stand weiterhin im Blickpunkt. Gegen Pulisic (45.) verhinderte er noch vor der Pause einen weiteren Gegentreffer.

Vor 42.100 Zuschauern in der ausverkauften Arena konnte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre das Fehlen des gesperrten Marco Reus lange problemlos kompensieren. Für das entsprechende Tempo sorgten stattdessen Pulisic und auch der agile Jaden Sancho.

Die Platzherren hingegen wirkten gedanklich zunächst häufig einen Tick zu langsam und fanden kaum in die Begegnung. Nur ein Distanzschuss von Milot Rashica (35.) brachte das Dortmunder Tor einmal in Gefahr.

Besondere Schwächen offenbarte das Team von Coach Florian Kohfeldt oftmals in der Defensive.

Stammspieler fehlten Werder

Zusätzlich zum gelbgesperrten Abwehrchef Niklas Moisander fehlte kurzfristig auch Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (Knieprellung). Diese Ausfälle waren für den Liga-Neunten ohne Qualitätsverlust nur schwer zu kompensieren.

Nach dem Seitenwechsel behielt Dortmund zunächst die Spielkontrolle, war jedoch mehr als im ersten Durchgang auch auf Kontrolle in der Rückwärtsbewegung bedacht. Erneut war es Pavlenka, der in der 55. Minute gegen den Ex-Bremer Thomas Delaney einen weiteren Gegentreffer verhinderte.

Kohfeldt hatte nach einer Stunde genug von den eher hilflosen Angriffsbemühungen seiner Offensive. Er wechselte „Oldie“ Pizarro ein, der ehemalige Dortmunder Nuri Sahin musste das Spielfeld verlassen. Eine für die Bremer gute Personalentscheidung, denn der Routinier bewies seinen Torriecher. (sid)